In den späten 90ern entstand um die US-Amerikanerin Kris T Force die offene Musikplattform Amber Asylum, woran Protagonisten wie Steve Von Till (Neurosis), Annabel Lee (Blood Axis), Jackie Perez Gratz (Grayceon/Giant Squid/Asunder) usw. mitwirkten. Im Laufe der Jahre entstanden 6 Studio Alben, 2 Singles & 1 EP, mit “Live In Wroclaw” veröffentlichen Amber Asylum ihr erstes Livealbum, das Kris T Force (Gesang, Violine, Viola, Elektronik), Leila Abdul-Rauf (Gesang, Gitarre, Piano) & Sarah Rosalena Brady (Violine, Viola) auf dem 10. Wroclaw Industrial Festival (11.11.2011) einspielten.
Bisherige Amber Asylum Releases erschienen mehrheitlich über Release Entertainment (Relapse Sublabel) & Profound Lore Records, hingegen die auf 300 Exemplare limitierte 12inch (weißes Vinyl) fand Weg zum Licht über die in Berlin ansässige Cathedral Music Group.
Fetischisten von Amber Asylum dürfte vorrangig interessieren, welche Tondokumente die “Damenriege” zum Besten gibt, weshalb hier das Tracklisting (in chronologischer Reihenfolge) folgt: A: 01. Perfect Calm 02. Thee Apothecary 03. Looking Glass B: 01. Tot 02. Your Executioner 03. Bitter River. Heißt, das Trio spielt bekannte Stücke aus dem Amber Asylum Repertoire, aber mit ‘Perfect Calm‘ & ‘Your Executioner‘ auch zwei neue Kompositionen. Anmerkung: Bei ‘Tot‘ handelt es sich um eine Coverversion der schwedischen Doom Metal Legende Candlemass!
Diejenigen, die Amber Asylum nicht kennen, sei gesagt, dass das in San Francisco beheimatete Projekt eine betörende Symbiose aus Ambient & Neoklassik kreiert, in der auch Anleihen aus dem Postrock auftauchen. Besonders die homogene Mischung aus Organik & Synthetik lässt Amber Asylum sehr detailliert wie vereinnahmend wirken, weshalb zwischen Melodiösität & Komplexität pendeln. Im Vordergrund der Sounds stehen die berührenden Violinenlinien wie der äußerst charismatische fast sakrale Gesang, wodurch gewisse Parallelen zu Dead Can Dance, Sol Invictus & den Swans auf der Hand liegen.
Insgesamt bietet “Live in Wroclaw” 6 magische Tondokumente, welche allesamt direkt in den Bann ziehen. Am meisten beeindruckte meine Ohren das Stück ‘Thee Apothecary‘, wo die Damen eine perfekte Verbindung aus klassischer Instrumentierung und synthetischen Drones präsentieren, die Heavenly Voices abrunden – Wahnsinn! Für wen zu einem echten Livemitschnitt Publikumsgeräusche und Ansangen der Band benötigt, findet diese auf “Live In Wroclaw” von Amber Asylum vor.
Fazit:
“Live in Wroclaw” – eine faszinierende wie berührende Vorstellung von Amber Asylum zugleich, welche keine Visualisierung benötigt, um anspruchsvollste Konsumenten zu überzeugen – meine absolute Empfehlung! PS: Für mich einer der Pflichtkäufe 2012!
Amber Asylum – Live In Wroclaw
Tracklisting: A: 01. Perfect Calm 02. Thee Apothecary 03. Looking Glass B: 01. Tot 02. Your Executioner 03. Bitter River
VÖ: 2012 Label: Cathedral Music Group
Genre: Ambient, Postrock, Neoklassik Format: 12inch















