Zu komplex für Mehrheiten!
VÖ: 2009 Label: Droehnhaus
Genre: (Dark) Ambient, Drone, Noise
Mit dem Norweger Andreas Brandal holt sich die ausschließlich auf Vinyl “eingeschossene” Tonträgermanufaktur Droehnhaus einen hyperkreativen wie vielseitigen Künstler & Labelmitinhaber (Twilight Luggage, Zvukovina) an Bord, der bisher wenig in den einschlägigen Medien auftauchte, obwohl er mit seinen “Kooperationen” Larmoyant, Monofilament, Generatör, Krafft, Lupus Golem, Flesh Coffin & Hour Of The Wolf einige Releases (mehr) publizierte, die sich allesamt im elektronisch experimentellen Bereich abspielen.In den spätern 80ern begann der aus Bergen stammende Artist das “Musizieren”, wodurch 1994 das erste Release, ein Tape, hervorging, welches den Grundstein für seine “Kariere” legte, die ihm heute 2009 die erste Soloveröffentlichung auf Vinyl (12inch) einbringt.
Inhaltlich berichtet dieses Oeuvre von der Kehrseite der Nacht, die nicht nur ruhig und schön ist, sondern auch nervenaufreibend wie mystisch. Wer die Vielfalt der Dunkelheit liebt, dem dürften die Themen von Andreas Brandal auf “Reverse the Night” zusagen.
Passend zum thematischen Kontext offenbart der Soundtüftler 6 abwechslungsreiche Tondokumente auf dem Langspieler, die eine Symbiose aus den Genres (Dark) Ambient, Drone & Noise zutage fördern, welche bedrohlich wie hypnotisch aus den Boxen erschallt.
Im Besondern besticht “Reverse the Night” durch seine eindrucksvollen Stimmungen, welche z.B. eine schummerige Geisterstunde suggerieren, die bestimmt so manchen in Vergessenheit geratenen “Hausgeist” zu neuem Leben erwecken. Des Weiteren verknüpft Andreas Brandal experimentelle wie melodiöse Strukturen, das eine gewisse Aufmerksamkeit beim Konsum voraussetzt, wodurch der Faktor Langeweile gegen Nullpunkt strebt. Diejenigen, die “Easy Listening” von Publikationen erwarten, können sich direkt anderen Opera zuwenden, hier muss (viel) Freizeit investiert werden, um das recht komplexe Gesamtwerk zu erfassen.
Auf die Nennung eines Anspieltipps verzichtet meine Person aufgrund der “Sperrigkeit” der Gesamtheit, welche entweder zusagt oder missfällt. Personen, die einen Reiz dabei verspüren, Erscheinungen die letzte “Wahrheit” zu entlocken, müssen sich “Reverse the Night” unbedingt zulegen.
Fazit:
Andreas Brandral bildet mit seiner Arbeit “Reverse the Night” im Droehnhaus Kosmos das anspruchsvolles “Schwergewicht”, welches nach Zeit & Muse von der Hörerschaft verlangt, wenn es sich letztendlich zum großen Hörerlebnis öffnen soll. Für Freaks ein Muss, hingegen für den Rest zu schwierig bzw. komplex!
Hörbeispiele und weitere Informationen zu Andreas Brandal findet Ihr unter folgenden Links:
http://www.myspace.com/thedeadstation
http://www.andreasbrandal.com/
http://www.droehnhaus.de
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