In George Stuart Dahlquist (ASVA) & Philippe Petit fanden sich zwei Ausnahmekünstler zusammen, deren radikale Experimentierfreude auch auf ihrer anarchischen Kollaboration “Empires Should Burn” zutage tritt, welche mitreißenden Ambient mit eindrucksvoll vorgetragenen “Lesungen” kombiniert.
Für “Empires Should Burn“, wofür die Herren Edward Ka-Spel (Gesang), Bryan Lewis Saunders (Gesang) & Jarboe (Gesang) ins Boot holten, erblickte das Licht der Welt als CD & LP über die Verlage Basses Frequences & Small Doses, in deren Backkatalog diese anspruchsvolle wie kurzweilige Arbeit perfekt reinpasst.
“Das Aufbegehren” gegen Staat, System & Gesellschaft verfügt innerhalb der Musik über eine lange Tradition, wovon die Wurzeln im Punk bzw. Industrial liegen und durch die Liberalität in Europa immer mehr in den Hintergrund rücken, hingegen im Nahen Osten beginnt die Entfesslung erst, die sich aber garantiert niemals dermaßen in der Kunst niederschlägt wie in unseren Breiten. Auf dem Blatt Papier erscheinen wir frei, aber im Endeffekt entscheidet der Staatsapparat für uns, weshalb diese Auseinandersetzung einen tieferen Sinn in sich birgt, den die Mehrheit nicht erkennt, aber Freigeister hingegen, dürften sämtliche von Außen auferlegte Fesseln gerne abgeben. Heißt, “Empires Should Burn” im übertragenen Sinne anwenden und die Welt wirkt wie ein Knast. Zudem besteht die Möglichkeit, dieses Release einfach als historische Aufarbeitung zu betrachten, den sämtliche Reiche gingen letztendlich unter, das in den Regel an den größenwahnsinnigen Herrschern lag, denen der Titel ‘Sweet Dreams Asshole‘ gewidmet sein könnte. Wer geistreiche “Unterhaltung” sucht, sollte “Empires Should Burn” von ASVA & Philippe Petit unbedingt wahrnehmen!
George Stuart Dahlquist (ASVA), der auch bei Sunn O))), Burning Witch & Goatsnake mitwirkte, spielt auf “Empires Should Burn” wenig bis gar nicht an seinem Paradeinstrument der Bassgitarre, sondern drückt die Tasten eines Harmoniums, das für einen altertümlichen Klang sorgt, den Philippe Petit mit seinen Turntables, einem Cimbalom & Effektgeräten umschließt, wodurch eine bedrohliche bis betörende Symbiose entsteht, welche nach Aufmerksamkeit verlangt, aber auch zu totaler Entspannung beiträgt. Nicht nur zur Akzentuierung tragen die Sprechgesangsspuren von Edward Ka-Spel, Bryan Lewis Saunders & Jarboe bei, die der Gesamtheit eine Menge Tiefe wie Ausdruckskraft verleihen, worin sich Konsumenten bei genauerem Eintauchen vollends verlieren – Wahnsinn! Besonders gefallen mag, dass das Duo den Spagat zwischen Kompaktheit & Abwechslung schaffte, weshalb die Tracks eng miteinander verzahnt erscheinen, aber trotzdem sehr unterschiedlich wirken – ein Pluspunkt, der das Album auch nach dem x-ten Hördurchlauf noch interessant macht. Atmosphärenfetischisten müssen “Empires Should Burn” unbedingt ihr Eigen nennen, das noch weit nach abgelaufener Spielzeit (knapp 45 Minuten) einnimmt, weshalb meine Person keinen expliziten Anspieltipp empfiehlt, sondern zum Gesamtdurchlauf rät, der dem formidablen Soundtrackcharakter dieses Kleinods gerecht wird.
Fazit:
George Stuart Dahlquist (ASVA) & Philippe Petit präsentieren mit “Empires Should Burn” ein Meisterwerk, welches nicht nur durch seine hochkarätige Besetzung auffällt, sondern durch seine vielschichtigen Atmosphären – meine absolute Empfehlung! PS: In meinen Ohren besteht Kaufpflicht!
ASVA & Philippe Petit – Empires Should Burn
Tracklisting: 01. And Empires Will Burn 02. Sweet Dreams Asshole 03. A Vision 04. The Star Implodes 05. Apocryphatic Ally
VÖ: 2012 Label: Basses Frequences | Small Doses
Genre: Ambient, Spoken Words Format: CD | LP














