Brillig-TheRedCoats2009Verdammt nah am Original!

VÖ: 2009 Label: Black Rain

Genre: Folk, Wave

Folk in jeglichen Variationen kommt seit einigen Jahren hervorragend bei einem großen Konsumentenkreis an, weshalb das Auflegen der australischen Folk Wave Kapelle Brillig über Black Rain Records nicht verwundert, besonders wenn man den gothisch melancholischen Einschlag des Quartetts bedenkt, der vornehmlich in den Texten hervorkommt und teilweise an The Vision Bleak’s “The deathship has a new captain” erinnert.

Seit dem Millennium 2000 existiert die Truppe Brillig, welche momentan aus den Künstlern Matt Swayne (Gesang, Akustikgitarre (6 – 12 String), Banjo, Harmonika), Elizabeth Reid (Gesang, Viola, Autoharp, Akkordeon, Ukulele), Denni Meredith (Bass) & Ben Macklin (Schlagzeug) besteht, die schon ein paar Publikationen veröffentlichte, aber mit “The Red Coats” ihr Akustikdebüt gibt.

Inhaltlich berichten die Aussies auf “The Red Coats” von einem alten Kapitän, über die Wirkung des Absinths, Naturschauspiele und weitere Themen, die melancholisch verpackt auf die geneigte Hörergemeinde loslassen. Zum besseren Einblick in die Materie, hier ein paar Zeilen aus dem Track ‘Absinthe Makes The Heart Grow Founder’:

An Old Man Will Open The Door And He’ll Say,
“Absinthe Brought Me Here
And Absinthe Makes Me Stay
Absinthe Makes It Go Away”

To Good Health, Cheers And Chin Chin
We Sat Down
Whiskey, Wine, Vodka And Gin
We Drank The Down

Absinthe Makes the Heart Grow Founder
[...]

Der vorherige Auszug wird unseren Drogenbeauftragten definitiv nicht gefallen, aber spiegelt hervorragend den Gehalt der Lyrics von Brillig wieder, die Geschichten aus dem ganz normalen Leben erzählen und sich fernab von Abgedrehtheit bewegen.

Musikalisch bietet der australische Vierer auf dem Album “The Red Coats” kein Feuerwerk der Innovationen, sondern 12 stimmungsvolle Tondokumente (teilweise in Balladenform) aus Folk + Wave (oder umgekehrt), die sich sehr nah an den Arbeiten von Nick Cave and The Bad Seeds orientieren, wodurch der Verdacht der Abkupferung entsteht, welcher aber schnell verblasst, wenn die geneigte Konsumentenschaft die schönen Gesangsparts von Matt Swayne & Elizabeth Reid (zum Teil auch im Duett) in Kombination mit den anspruchsvollen Instrumentierungen hören, die einen Ohrwurm nach dem Anderen aufwerfen – Wahnsinn!

Fazit:

Ältere Individuen, die gerne Nick Cave and The Bad Seeds konsumieren, müssen sich nicht überlegen, ob sie sich “The Red Coats” von Brillig zulegen – Pflichtkauf, obwohl sich die Aussies verdammt nah am Original dran lang hangeln! Wer im Moment auf der aktuellen Folkwelle schwimmt und neue Tonkunst sucht, hört mal rein und findet vielleicht ein neues Licht für die heimische Sammlung – meine Empfehlung.

Hörbeispiele und weitere Informationen zu Brillig unter folgenden Links:

http://www.myspace.com/brilligacoustic
http://www.brillig.com.au
http://www.myspace.com/blackraind
http://www.blackrain.de

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