Skandinavien ist immer ein guter Ansatz um schräge Musik zu finden; und dass in Norwegen längst nicht mehr nur der Black Metal als Musikexport herhalten muss, beweisen Bands wie BURNING MOTHERFUCKERS, die mit ihrer ersten, selbstbetitelten EP zeigen, wie authentische, handgemachte Musik ohne Scheuklappen klingen kann.
Die EP kommt als im No-Art-Stil gehaltenen Kinderkritzeleien gestaltete 12” daher und bildet auf dem schlichten Cover zwei sich umkreisende Raubtiere ab – das trifft das Duo der BURNING MOTHERFUCKERS, das aus Thomas Eggum (Bass & Vocals) und Øystein Monsen (Drums, Synth, Drummachine & Vocals) besteht, auf den Punkt, brauchen die beiden Herren doch kaum mehr als ihre Mischung aus Bass & Drums, um durchweg (an)gespannte Stimmung auszustrahlen.
In den sechs Stücken (in denen zwei Remixe enthalten sind) agieren die BURNING MOTHERFUCKERS dabei dermaßen ohne jegliche Selbstlimitierung, dass es eine wahre Freude ist – da wird wild Psycho-Punk , Stoner & Noiserock gemischt, mal gesanglich untermalt, mal einfach instrumental geschrotet, dass man den Spaß am spielen fast schon greifbar meint. Dabei bemerkt man die Aufstellung als Duo kaum, dröhnt doch das Bass mit maximaler Distortion vor sich hin und bildet damit ein sehr voluminöses Musikfundament.
Beginnend mit dem knackigen 3-Minüter ‘End Of The Line‘, dass mit seinem psychotischen Kreischgesang überrascht und ansonsten ordentlich flirrend rockt, steigern sich die Stücke in der Länge, erhöhen mit ‘Retired‘ & ‘Society‘ auf jeweils sechs Minuten Länge, fahren in diesen Stücken das Tempo jedoch eher zurück und lassen ihrer Vorliebe für warm-verzerrtes Bassspiel den vollen Raum. ‘Retired’ hat dabei die größte Queens Of The Stone Age-Reminiszenz inne und findet gen Ende trotz überwiegendem Downtempos zu einem intensiven Ausbruch. ‘Society‘ spielt mit ähnlichen Stilmitteln, bleibt dabei aber mit gebrochenen Takten und generellem Uptempo etwas verschrobener, nur um sich gen Ende in ein rauschendes Noiserock-Finale wiederzufinden – schick!
Das acht Minuten lange ‘Voice In My Head‘ bildet schließlich den finalen Höhepunkt des Albums, startet mit noch recht bekömmlichem Indie-Pop-Appeal, verändert dann jedoch seine Richtung in eine wirre Komposition mit impulsivem Gesang, der definitiv nicht jedem schmecken dürfte. Am Ende fährt man dann wieder die bekannte Rausche-Soundwand auf, die in Verbindung mit dem heiseren Schreien absolut intensiv wirkt. Die zwei folgenden Remixversionen verzerren erst das Öffnungsstück ‘End Of The Line’ in eine elektronischer angehauchte, durch zahlreiche Effekte, unterlegte Beats und Dopplungen nochmals chaotischere Noise-Nummer, die mir sehr zusagt und eine gelungene Erweiterung zum Lied darstellt. Ähnlich wird mit ‘Voice In My Head‘ verfahren, dass hier zerstückelt und durch etliche Cuts verfremdet wird, sowie um ein atmosphärisches Outro erweitert – das Original wusste indes mehr zu überzeugen.
Fazit:
Die Debüt-EP der BURNING MOTHERFUCKERS bietet für jeden Anhänger psychotischen Punk & Noiserocks ein willkommenes Fundstück – verschrobene, nicht ganz vorhersehbare Musik direkt aus Norge, die man noch lieber auf Albumlänge hören würde! Für Liebhaber besagter Genres & Hörer ohne Scheuklappen eine Empfehlung!
BURNING MOTHERFUCKERS - S/T
Tracklisting: 1. End Of The Line 2. Retired 3. Society 4. Voice In My Head 5. End Of The Line (Laconic Zero Remix) 6. Voice In My Head (Zixaq Remix)
VÖ: 2012 Label: Handmade Records
Genre: Punk, Noiserock Format: LP















