DARK ORANGE – Horizont

Glaubte meine Person beim DARK ORANGE Comeback “Clouds, Paperships And Fallen Angels” (2010) an eine liebliche Eintagsfliege, bestätigen die Hamburger mit “Horizont” ihre Ambitionen in Sachen deutschsprachiger Deam Pop eine ernst zunehmende Macht zu sein, die sogar über Entwicklungspotenzial verfügt, wofür das Duo Katrin-Elna (Gesang, Texte) & Dirk Odu (Gitarre, Kompositionen) die Herren Sven Wolff (Patenbrigade Wolff) & Steven Burrows (And Also The Trees) and Bord holte, welche dem Gesamtsound mehr Nachdruck, Kraft & Wärme verleihen – Wahnsinn!

Ein großer Teil der einstigen deutschen Heavenly Voices Formationen tummelt sich auf dem Weimarer Verlag Kalinkaland Records, wo DARK ORANGE nach “Clouds, Paperships And Fallen Angels” (2010) auch “Horizont“, als DCD im Digipack, herausbringen. Wer Remixe liebt, ich z.B. nicht, kommt auf CD II voll auf seine Kosten, wo Harald Löwy (Chandeen), Robin Guthrie, Mark Tibenham, Emer Brizzolara, Ricardo Hoffmann, Folker Alberts, Axel Ermes, Daniel Lopez Quiroga, Lisa Cuthbert, Morfeo Speaks, Dead Beat Project, Head All Fire feat. Ragnar, Patenbrigade Wolff feat. Antje Diekmann & Dust of Basment ihre Können unter Beweis stellen.

Oftmals langweilen Texte von Dreampop Kapellen beim ersten Hören, hingegen die inhaltliche Arbeit von Katrin-Elna spricht beim Erstkontakt sofort an und sorgt für tiefe emotionale Berührungen mit Anspruch. Als leuchtendes Beispiel dienen die Zeilen von ‘Irgendwo im Nirgendwo‘:

Meine Flucht | Ein Schiff passiert die nacht | Hier am Fluss |  Der Ort ist mein Zuhaus | Irgendwo im Nirgendwo | Denk ich an dich | Mein Herz | Mein Stadt ist Indigo | Blau der Fluss | Mein Herz | bambadidadidam | Lichtermeer | Vertraut und doch nicht nah | Farbenmeer | Regen verwischt die Spur | Irgendwo im Nirgendwo…

Zu den mitnehmenden Texten, die Katrin-Elna charismatisch vorträgt, arrangierten die Herren übermannende Soundkonstruktionen, deren Melodien verführen, einfangen & berauschen. Mehrheitlich setzen DARK ORANGE auf synthetische Atmosphären, welche sie mit Gitarren- & Basslinien akzentuierten, wodurch das Gesamtpaket sehr voluminös wirkt, das Harald Löwy perfekt masterte, weshalb „Horizont“ einer emotionalen “Walze” gleicht – Wahnsinn! Des Weiteren besticht “Horizont” durch seinen Abwechslungsreichtum, der zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt, woran Dream Pop Releases ansonsten oftmals kranken. Anspieltipp? Im Endeffekt das komplette Album, aber im Besonderen der Track ‘Irgendwo im Nirgendwo‘, der aufgrund seines Tiefganges umhaut!

Fazit:

DARK ORANGE präsentieren mit “Horizont” ein emotionsgeladenes Kleinod, welches von Anfang bis Ende packt und die kalte Welt ein wenig wärmer erscheinen lässt – meine absolute Empfehlung!

DARK ORANGE – Horizont

Tracklisting: 01. Unter dem Schnee 02. Butterflies 03. Irgendwo im Nirgendwo 04. Nebel zieht 05. Heller Schein 06. Dagger 07. Horizont 08. Flieg mit mir 08. Halte mich auf 09. Auf hoher See 10. Traumwandler

VÖ: 2012 Label: Kalinkaland Records

Genre: Dream Pop, Ambient, Heavenly Voices Format: DCD

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