Dead Can Dance – Anastasis

Wer bewusst auf Sicherheit pokert, muss sich nicht wundern, am Ende als Langweiler dazustehen, eine Begebenheit, die auf das spannungslose neue Album “Anastasis” der (weiterhin) Heroen Dead Can Dance zutrifft, deren Reunion einen Aufguss ihrer gesamten Diskographie darstellt. Nach dem Bekanntwerden, dass Dead Can Dance sich für ein neues Werk inklusive Tour zusammenfinden, stieg die Erwartungshaltung ins unermesslich, welche Lisa Gerrard & Brendan Perry zu keinem Zeitpunkt erfüllen. Von “großen” Interpreten wie Dead Can Dance sollten Impulse ausgehen und nicht taktische Spielereien, weshalb “Anastasis” im ersten Hördurchlauf wie komplett bekannt klingt und nicht wirklich mitnimmt, zu evident sind die Parallelen zu vorangegangenen Publikationen, denen das Duo einen orchestralen Touch verlieh, womit sie sich nah dem aktuellen Zeitgeist nähern, in dem sämtliche Bands mit Orchester (Streicher & Co) ertönen.

Mag die Fusion aus Weltmusik, Sakralität & Orchester auf “Anastasis” noch so perfekt arrangiert wirken, fehlt ihr auf der Gesamtlänge Spritzigkeit, Spannungskurven & totale Eigenständigkeit, wodurch die Aufmerksamkeit flux verloren geht, die vorherige Dead Can Dance Releases definitiv abverlangten. Heißt im Klartext, wer mit einer geringen Erwartungshaltung an “Anastasis” rangeht und einfach nur ein weiteres Dead Can Dance Album zur Sammlungskomplettierung sucht, kommt  mit den neuerlichen Ergüssen der Ausnahmemusiker klar, hingegen Personen, deren Horizont nach Ecken, Kanten, Innovationen usw. verlangt, empfindet die 8 neuen Tondokumente als “Geplätscher” – Entschuldigung, mit dieser massentauglichen Sicherheitsnummer lässt sich die Mehrheit sicherlich beglücken, hingegen für echte Individuen endet die Diskographie von Dead Can Dance im Jahre 1996 mit “Spiritchaser” – Punkt!

Wer eine genauere Auseinandersetzung inklusive Lobhudelei benötigt (letztendlich völlig unnötig), besuche unsere Mitbewerber, die für ein Freiexemplar jeder bzw. jedem Absolution erteilen!

Fazit:

Hand aufs Herz, “Anastasis” von Dead Can Dance benötigen nur Wesen, welche die großartige Diskographie der Weltmusiker nicht besitzen und so einen Querschnitt aus deren Gesamtheit ihr Eigen nennen möchten – im Endeffekt überflüssig, oder? JA!!! PS: Sorry, auch einstigen Helden kommt kein Freifahrtschein zu!

Dead Can Dance – Anastasis

Tracklisting: 01. Children Of The Sun 02. Anabasis 03. Agape 04. Amnesia 05. Kiko 06. Opium 07. Return Of The She-King 08. All In Good Time

VÖ: 2012 Label: Selbstverlag/ Eigenvertrieb

Genre: Weltmusik Format: CD | LP | Download

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