Deep-Pression – Atlantis’ Emerge

We can’t bring back / ancient wisdom is lost / and the atlantis must emerage / as it sank…” steht es geschrieben auf dem rostig wirkenden Inlay von “Atlantis” (oder “Atlantis’ Emerge“, wie es im Internet mehrheitlich genannt wird); mein letzter Kontakt mit Deep-Pression liegt nun schon eine Weile zurück, ändert jedoch nichts daran, dass “Postmortem” oder “Void of a Morning” noch regelmäßig ihre Runden drehen.

“A Variation On An Endless Sea” sagt es im Untertitel weiter und tatsächlich lassen sich Bezüge zu “An Endless Sea” aus dem Jahr 2011 herstellen – in erster Linie sind diese aber atmosphärisch-inhaltlicher Natur, nicht so sehr in den Kompositionen selbst zu sehen. Der wahrlich umtriebige Pole Rh- und seine Session-Musiker beweisen dabei trotz des stolzen Outputs unzähliger Singles & Splits die gleichbleibend hohe Qualität, die im erzeugen komplett fließender Soundströmungen liegt.

Am besten lässt sich “Atlantis’ Emerge” in einem Bild subsumieren: die per langsam Drones, atmosphärischen Klangteppichen & leichten Stimm- wie Klavierstücken erzeugte Stimmung (und einzig darum geht es hier) beschreiben analog zum Thema ein fließendes Meer; vernebelte, grau-drückende Stimmung, sich nur langsam und schwer kräuselnde Wogen, kaum Wind, nur ein minimaler Kreis an Sichtweite und über den Köpfen kreisen langsam ein paar Möwen; auf dem Meer treibt ein müder Kahn, halb verfallen, in ihm ein Schiffbrüchiger; seit Tagen schon treibend, ohne Wasser, ohne Richtung, ohne Hoffnung.

Dabei funktioniert das Album verständlicherweise nicht in seine Einzelteile zerlegt, sondern nur als durchgängige Untermalung; dass hier die Spannung und akustische Dynamik im subtilen Bereich liegt und auch nicht oberstes Ziel ist, sollte ebenso klar sein. Daher sollte man, wie auch schon die Werke zuvor, Deep-Pression am besten allein genießen, bei Dunkelheit, und über Kopfhörer. Dann aber entfaltet auch “Atlantis’ Emerge” beklemmende und zeitgleich gelöste Stimmung, lässt fliegen und fallen, schlafen und träumen.

Fazit:

Deep-Pression beweisen auch mit “Atlantis’ Emerge” ein feines Gespür für dichte, jenseitig wirkende Atmosphäre, die gänzlich ohne konkrete Inhalte auskommt, sondern einfach per se in eine andere Welt entführt. Dabei pendelt man gekonnt zwischen Hoffnung & Untergang und weiß so ständig zu faszinieren. Wer auf fließenden Ambient steht – Empfehlung!

Deep-Pression – Atlantis’ Emerge

Tracklisting: 1. Lapsing into the Tides’ Currents 2. Ancient Sirens Call 3. Where Drowned Still Sings 4. Seas 5. The Bottoms 6. Dramatic Contemplation of the Horizons without End

VÖ: 2011 Label: Valse Sinistre

Genre: (Dark) Ambient    Format: CD

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