DORDEDUH – Dar De Duh

Negură Bunget waren bzw. sind eine Welt für sich – vor allem, wer diese irgendwann mal live erlebt hat, dürfte daran nichts mehr zu zweifeln haben, selbst, wenn man kein ständiger Hörer der Rumänen ist. Nun hat sich seit dem Split der rumänischen Aushängeschilder des avantgardistischen BM einiges getan, Hupogrammos’ & Sol Faur’s eigenes Projekt DORDEDUH startete mit einer mit offenen Armen aufgenommen EP im Jahr 2010; nicht Wenige werden gespannt auf ein Vollzeitwerk der Rumänen sein – nun erfüllt mit dem programmatischen Namen “Dar De Duh” (“Geschenk des Geistes”).

Vollzeit trifft es dabei gut, schlägt “Dar De Du” doch mit 77 Minuten zu Buche, mit acht Stücken, in denen das kürzeste Stück sechs, das längste sechzehn Minuten in Anspruch nimmt. Nach der EP war bereits klar, dass die Herren den Negură Bunget-eigenen Stil fortführen würden (alles andere hätte auch sehr verwundert), was nun auf vorliegendem Album ebenso zelebriert wird. Thematisch arbeitet man ebenso weiterhin an der inhaltlichen Linie aus Mystik, der Suche nach spiritueller Erleuchtung und Astrologie, vermengt mit einem Schuss heimatlichen Kolorits.

Die Herren spielen wie gewohnt meisterhaft mit einer urwüchsigen Mischung aus rauem, dabei progressiv angehauchtem Black Metal, Laut-Leise-Harmonien und folkigen Instrumentarium wie Flöte, Maultrommeln oder Percussion, die in dieser vielschichtigen Ausarbeitung, zeitgleich fließender Natürlichkeit ihresgleichen sucht. Die Stücke strotzen vor Abwechslung, verlieren sich mal gänzlich in nachdenklichen Impro-Passagen, brechen dann wieder in rasenden Metal aus, spielen gekonnt mit der Atmosphäre. Der Spannungsbogen funktioniert zwar innerhalb der Stücke, insgesamt lässt er jedoch nach einer Spielzeit über 45 Minuten merklich nach – weniger wäre hier vielleicht etwas mehr gewesen.

Indes, dass “Dar De Duh” kein Debütalbum von Anfängern, sondern von alten Könner ist, liegt auf der Hand; dementsprechend sicher und professionell bringen die Herren das Werk auch zu Ende – und auch der augenscheinliche Ansatz, trotz all der inhaltlichen Querbezüge und Konzepte ein emotionales, packendes und nicht verkopftes Werk zu kreieren gelingt vor allem mit Hilfe der rau bellenden Stimme und manchen old schooligen Passagen. Doch aber verfolgt meines Erachtens auch „Dar de Duh“ der gleiche Fluch, wie die Alben zuvor und stellt somit den einzigen Vorwurf dar, den man dem Album machen kann: die Wirkung von CD steht der Wirkung von Live-Ritualen in weiten Teilen nach und kann nicht wirklich die organische Stimmung vermitteln, die es eigentlich haben sollte. Für mich wird Dordeduh damit zur gleichen Erinnerung gereichen, wie die zahlreichen Negură Bunget-Werke – einer positiven Assoziation und des Wissen um seine Klasse, trotzdem aber reichlich selten mit Durchläufen geehrt.

Fazit:

Wie und ob DORDEDUH live funktionieren, vermag ich nicht zu sagen, allein interessieren würde es mich sehr. Meines Erachtens nach kann “Dar De Duh” alle von ihm erwarteten Kriterien erfüllen, jedoch nicht übertreffen; eine sichere und auch gefällige Nummer erfahrener Musiker. Für die Anhänger von Negură Bunget oder in diesem Fall Hupogrammos & Sol Faur’s Schaffen (auch von CD) sowie Interessenten avantgardistischen (Black) Metals ist das Werk natürlich zu empfehlen; wer jedoch zuvor nicht mit diesem Stil warm wurde, wird es auch hier nicht werden.

DORDEDUH – Dar De Duh

Tracklisting: 01. Jind de tronuri 02. Flăcărarii 03. E-an-na 04. Calea roţilor de foc 05. Pândarul 06. Zuh 07. Cumpăt 08. Dojană

VÖ: 2012 Label: Prophecy Productions / Lupus Lounge

Genre: Black Metal, Folk    Format: CD

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