VÖ: 2011 Label: Aktivraum
Genre: Abstract, Jazz, Noise Format: LP | Download
Rein improvisierte Arbeiten enden oftmals im atonalen Chaos, das in der Regel an dem nicht versierten Personal dahinter liegt, deren beschränkte Fähigkeiten einfach keine Luft nach oben haben, hingegen bei perfekt ausgebildeten Musikern wie Pablo Giw (Trompete, Effekte) & Mirek Pyschny (Schlagzeug) hinter Dus-ti klingen vorher nicht abgesprochene Tonkonstruktionen, nicht nur für geübte Ohren, wie bis ins Detail arrangiert.
Dus-ti veröffentlichen ihr Debüt “2011″, welches sie im KlangWerkStadt Studio von Sammy Deluxe vor den Toren Hamburgs aufnahmen, über das Label Aktivraum in Köln, das vor allem den Deutschen Ausnahmetrompeter und Komponisten Markus Stockhausen in jeglicher Hinsicht betreut.
Unser Leben unterliegt täglichen Veränderungen, deren Auswirkungen Dus-ti auf ihrem Debüt “2011″ verarbeiten, welches persönliche wie globale Themen mittels Tonkunst zu einem Soundtrack der Gegenwart verbindet. Wer die emotionalen Momente schätzt, findet in „2011“ ein helles melancholisches Licht vor, dem die Traurigkeit (und vielleicht Verzweiflung) förmlich aus den Rillen tropft.
Jazz trifft Noise (oder umgekehrt) taucht dieser Tage häufiger am Markt auf und sorgt in der Regel für Verwirrung bzw. Knoten in den Köpfen der Zuhörer, eine Begebenheit, die auch Dus-ti mit ihrem ersten Langspieler „2011“ erfüllen, der einen riesigen Spagat zwischen Harmonie und Atonalität offenbart, den sie/ er entweder liebt oder hasst, weil dazwischen faktisch keine Grauzone existiert. Im Fokus dieser Veröffentlichung stehen die Trompete und das Schlagzeug, deren Strukturen dem Free Jazz zuzuordnen sind, welche die Herrschaften mit elektronischen Spielereien wie ganz vereinzelten Sprachsamples garnierten. Gefallen mag, dass Dus-ti sehr stark mit Tempo jonglieren, wodurch die Gesamtheit wie einzelnen Tracks an sich sehr unberechenbar wirken und das auch noch nach dem x-ten Hördurchlauf. Obwohl es sich bei “2011″ um ein recht zusammenhängendes Werk handelt, wo alle Tondokumente eng miteinander verzahnt sind, kristallisierte sich beim Konsum das Stück ‘Radio Kabul’ als aboluter Anspieltipp heraus, das vor allem an der formidablen Trompetenlinie liegt, welche sich für die Ewigkeit in die Gehirnwindungen einbrennt – Wahnsinn!
Fazit:
Dus-ti liefern mit “2011″ ein kurzweiliges wie beeindruckendes Debüt ab, das sicherlich keine Mehrheit anspricht, aber der anspruchsvollen Minderheit ein Heil sein dürfte – meine absolute Empfehlung!

















Liebe Kulturterroristen,
vielen Dank für das schöne Review! Wir lieben die Scheibe auch.
Ich wollte nur im Namen der Künstler wie folgt korrigieren:
Das Album ist schon jetzt erhältlich und zwar am besten direkt bei den Künstlern über Ihre Homepage
http://www.dus-ti.com
Und natürlich auch bei uns.
Jahresende-Grüße,
Christiane
Hallo Christiane,
Danke für die lobenden Worte! Dann bleibt nur noch zu sagen: “Kaufen, Kaufen, Kaufen….!”
All the best
RaF