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Escuadron de la Muerte – Finis Coronat Opus

Zwischen Antike und Industrial!

VÖ: 2010 Label: SkullLine

Genre: Dark Ambient, Industrial Format: CD-R

Das Ende krönt das Werk“, so auf Deutsch der Titel des neuesten Werks des Mexikaners hinter Escuadron de la Muerte. Nach Ovids Ausspruch “Finis Coronat Opus” benannt, geht diese Ver -öffentlichung aus dem Hause Skullline dabei den bereits auf den vor- igen Releases eingeschlagenen Weg von militärisch konnotierten Indus -trial unbeirrt weiter.

Was “Finis Coronat Opus” durchweg ausmacht, ist Schwere und Dunkel -heit. Schon das Cover mit seinem schattenhaften Portrait stimmt auf die Atmosphäre ein, welche die zehn Kompositionen wie ein roter Faden durchzieht. Dabei kann die Musik zwar mal episch, mal verstörend sein, immer bleibt sie aber bedrohlich und ernst.

Escuadron de la Muertes Musik besteht zum Großteil aus klassischen Versatzstücken, oftmals werden Bläser, Streicher und ähnliche Orchestrierung verzerrt und überlagert, was im Endeffekt zu einer dichten und rauen Gesamtwirkung führt. Der Klang baut sich mehr und mehr auf, bis er zu einer Soundwand aufgetürmt ist, die einen immensen Eindruck erzielt. In diesem monolithischen Ganzen sind aber doch immer feine Details zu hören, einzelne Instrumentalspuren und martialisch bis maschinelle Rhythmen, die zum Einen den Liedern Struktur verleihen, und zum Anderem dem Hörer doch immer ermöglichen, die Lieder wiederzuerkennen. Anspieltipps seien für die heftige Seite “Rayos de la Destruction”, und für die atmosphärisch-dunkle Seite der letzte Titel “Vanitas vanitatum omnia vanitas” empfohlen.

So schafft es “Finis Coronat Opus” trotz der industriellen Atmosphäre viel Abwechslung zu erzeugen. Es bleibt nicht immer bei aufgetürmtem Lärm, ebenso finden sich hier stillere, atmosphärische Passagen, die trotz des Kontrasts nie die Stimmung stören, sondern sie erweitern. Auf den inhaltlichen Anteil kann man nur den Titeln nach schließen, mehr Informationen lassen sich über das mexikanische “Todesschwadron” kaum finden. So scheint sich das Projekt, wie auch schon am lateinischen Titel sowie dem verwandten Samples zu erkennen, mit klassischen bis antiken Thematiken zu beschäftigen. Die Sophoklesche Tragödie “Oedipus Rex”,  “Las Bodas del Cielo y el Infierno” (William Blakes “Die Hochzeit von Himmel und Hölle”) oder “La Forja de Hefestus”, nach dem Gemälde “Die Schmiede des Hephaistos” von Giorgio Vasari, waren beispielsweise namengebend, wodurch klar wird, das hier nicht nur stumpf mit Klang provoziert wird, sondern durchaus ein inhaltliches Ziel verfolgt wird. Was die gemeinsame Aussage letztendlich ist, bleibt schwer zu sagen – dies darzustellen mag vielleicht aber auch gar nicht das Ziel der Musik sein.

Fazit:

“Finis Coronas Opus” ist eine spannende Veröffentlichung für alle, die Freude an dunklem und schwerem Industrial hegen, der durchaus heftig und verstörend, aber auch finster brodelnd klingen kann. Escuadron de la Muete schaffen es hier, eine Mischung aus klassischer Musik, Industrial und Noise zu produzieren, die zwischen Lärm und Epik pendelt, und dadurch beachtliche Sogwirkung und Wiedererkennbarkeit besitzt.

1 Comments

  1. Francisco "Z"

    Thanks again for your kind review
    I remember making this album at 2010 half of it were made before get sick of apendicitis (later got complicated as peritonitis.

    Titles as “las bodas del cielo y el infierno” were inspired about “hades and persephone”, “licor, licor, licor” is inspired about Bacchus, “rayos de destruccion” is inspired about Zeus..

    Well my friend, this album is made of tears, sweat and blood, literally..

    Thanks for the review, and hope you enjoyed as i did during all the process, always inspired in death.
    cheers. Francisco.

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