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Escuadron de la Muerte + Siege – Adel

Wo wären wir ohne den Krieg?

VÖ: 2010 Label: SkullLine

Genre: Industrial, Power Electronics Format: CD-R

Nach dem recht interessanten Release “Finis Coronat Opus” steht auch sofort das nächste martialische Werk aus dem Hause Escuadron de la Muerte ins Haus, diesmal eine Split mit den Chilenen von Siege, zusammengefasst unter dem Arbeitstitel “Adel“.

Auf “Adel” wurde aber nicht der klassische Weg der Aufteilung von zwei gegenüberstehenden Hälften genutzt, sondern die beiden Projekte geben abwechselnd Tondokumente zum Besten, wodurch eine deut- liche Verzahnung und Verbindung der Musik erreicht wird. Zusammen erreichen die 12 Titel eine stattliche Spielzeit von über 75 Minuten, welche natürlich auch mit Inhalt gefüllt werden will.

Escuadron de la Muerte bleiben dem gleichen Liedgut, wie auch schon auf “Finis Coronat Opus” treu; kratziger und martialischer Industrial, der oftmals aus Samples des ersten oder zweiten Weltkriegs besteht, wobei hier der Fokus noch mehr auf Propagandaliedern eben jener Zeit liegt. Abermals türmt sich die Musik prozessartig auf, bis zum Ende hin schließlich ein klanglicher Monolith entsteht, der vor allem auf maximaler Lautstärke die Wände zum Beben bringt.

Siege vertreten ebenso dieselbe, martialische Attitüde wie der Todesschwadron aus Mexiko, tendieren dabei aber mehr in Richtung Power Electronics. Rauer und rauschender ist ihre Musik; bis auf ein Höchstmaß verzerrt und durchweg brutaler gehen Siege hier zu Werke. Stets bildet ein extrem verzerrt-schlagendes Bassfundament die Basis, auf der das restliche Tongut aufbaut, welches von Fiepen bis Dröhnen alles hergibt. Wie auch ihre Splitpartner bedienen sich Siege dabei großzügig an Tonschnipseln der Kriegszeit, wissen diese aber ebenso gekonnt in Szene zu setzen.

Selbstredend sind diese Herangehensweisen weder neu oder innovativ; im Grunde bleiben sie sogar ziemlich klassisch. Grenzüberschreitungen werden hier kaum gewagt, scheinen aber auch nicht das Ziel der Arbeiten zu sein. Jedoch überzeugen beide Protagonisten durch die heftige und verstörende Art des Tongutes. Trotz des unterschiedlichen Klanges lässt sich kein klarer Sieger herausstellen, beide Projekte haben ihren Charakter, der zwar unterschiedlich, als Gesamtwerk aber durch seinen durchgängig heftigen Ansatz überzeugt.

Fazit:

“Adel” ist eine durchweg überzeugende Split-CD für Krachfreunde, die ebenso einen Hang zum Militärischen mitbringen. Im Gesamten muss man zwar attestieren, hier kaum aus der Masse der Publikationen herauszustechen, jedoch im Rahmen des Genres durchaus mitreißen zu können.

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