Mittels Mutter Erde auf dem Zenit!
VÖ: 2011 Label: Kraftplatz Records
Genre: Neofolk, Paganfolk Format: CD
Viele Menschen treten Mutter Erde mit Füßen, hingegen Tobias Franke widmet ihr mit Falkenstein sein neues Album “Die große Göttin”, das die Pfade fort beschreitet, wo vor 2 Jahren “Kraftort” ende- te, welches in der Fachpresse für viel Furore und Reputation sorgte, die der Allgäuer nun eindrucksvoll bestätigt bzw. untermauert.
Nach kurzem Gastspiel auf Steinklang Records kehrt Tobias Franke auf das hauseigene Kraftplatz Records zurück, wo “Die große Göttin” als CD im Digipack & als limitierte Box Edition das Licht der Welt erblickte.
Wie schon auf vorherigen Publikationen nimmt sich der Protagonist ausschließlich Themen im Bezug auf Mutter Erde an, deren Zeilen unterschiedlichen Jahreszeiten & mythologische Inhalte beschreiben, welche meist aus der Feder von Ludwig Uhland (1787 – 1862) stammen, aber auch von Mathilde Wesendonck (1828 – 1902), Hugo Kacker, Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), Arthur Fitger (1840 – 1909) und Tobias Franke. Passend zur Rauhnacht 2009/ 2010 bot der Musiker seinen gleichnamigen Track zum freien Download an, der auch den Weg auf “Die große Göttin” fand & über einen gelungenen Text des Interpreten verfügt, den ich niemanden vorenthalten möchte:
Zwölf raue Nächt’ nach Wintersonnenwend: Wiedergänger, tote Seelen, Dämonen gehen umher. Ahnen aus dem Reich der Toten am Fenster vor der Tür. Wotan und Perchta voran, das Wuetis Herr den Himmel stürmt. Tote und gefallene Krieger, des Geisterheers Gefolge sind. Beifußkraut und Eibennadeln, Fichtenharz, Wacholderbeer. Opferrauch steigt in die Luft, der genädig stimmt das Wuetis Herr. Die Sonne kommt! Die Sonne kommt!
Aus inhaltlicher Sicht ein sehr geschlossenes Werk, das im Gegensatz zu den meisten Scharlatanen dieser Szenerie nur Inhalte wiedergibt & nicht mit politischem oder esoterischem Wahn verfälscht!
Musikalisch zauberte der Bayer 12 neue Lieder voller Schwung, Anmut und Melodiebögen, welche mehrheitlich durch Ohrwurmmentalität bestechen und zum Mitsingen/ Mitwippen einladen. Wer auf perfekt arrangierten Paganfolk mit Strukturem aus dem Neofolk sucht, kommt um “Die große Göttin” von Falkenstein nicht umher, die zu 99% auf akustischen Signalen von Gitarre, Flöte, Trommeln, Mautrommel, Xylophon & Geige beruht, deren Akzentuierung die charismatische Stimmbandarbeit von Tobias Franke ist, welche diesem Oeuvre Tiefe und Wiedererkennungswert verleiht. Besonders mag an “Die große Göttin” gefallen, dass der Allgäuer das hohe Niveau der Songs während der kompletten Spielfolge halten kann, weshalb sich in mir die Meinung festigte – Tobias Franke weilt mit dieser Arbeit auf seinem Zenit, den er sich über mehrere Opera in den letzten Jahren erarbeitete!
Fazit:
Mit “Die große Göttin” beschert Tobias Franke ein vollkommenes Meisterwerk, das den absoluten Höhepunkt in der Falkenstein Diskographie bildet & naturbegeisterten Konsumenten ein Heil sein dürfte – meine absolute Empfehlung!















