Im tiefen Einklang mit Mutter Natur!

VÖ: 2008 Label: Heimatfolk

Genre: Folk, Paganfolk, Neofolk

Nach der schönen Debüt CD mit dem Titel “Heiliger Wald” des Ein-Mann Projektes Falkenstein, welche der lenkende & denkende Kopf dahinter, Tobias Franke, noch selbst produzierte und über seine eigene Tonträgermanufaktur Kraftplatz Records veröffentlichte, erblickt der Nachfolger “Urdarbrunnen” über Heimatfolk, dem Sublabel von Steinklang Records, das Licht der Welt.

Inhaltlich trifft der Akteur aus dem Allgäu definitiv den Nerv der Zeit, immer mehr Personen wenden sich von Standardreligionen ab und geben sich Mutter Natur hin, weshalb seine Texte über germanische bzw. nordische Mythen, die Nibelungensage, Naturphänomene und das Aufgreifen des Gedichtes “Erlkönig” von Johann Wolfgang Goethe (1749–1832) bei vielen Konsumenten auf Gefallen stoßen dürfte. In diesem Kontext sei zu erwähnen, dass Tobias Franke nicht zu den “Politikern” der Neofolkabteilung gehört, die die vorher genannten Thematiken für ihre Zwecke ins braune Fahrwasser transportieren (Hier ereilen die Hörerschaft keine abstrusen Interpretierungen wie bei anderen Konsorten, sondern ausschließlich Zeilen, die Beschreibungen über alte Niederschriften wiedergeben.).

Die zu vernehmende Tonkunst von Falkenstein findet in den heutigen Tagen gerne Einordnung in die Kategorie Paganfolk, welche leider auch kitschigen bzw. überflüssigen Akteuren (ohne namentliche Nennung) Unterschlupf bietet, weshalb meine Wenigkeit den Hinweis tätigt: “Hier bekommt ihr Klasse & Anspruch aus jeglicher Sicht geboten!”. Tobias Franke erschlägt seinen interessierten Hörerkreis auf “Urdarbrunnen” nicht mit Bombast, sondern mit gezieltem Minimalismus, der im Besonderen durch feine Melodiebögen wie eingängige Refrains besticht. Diejenigen, die Tondokumente schätzen, die vornehmlich auf Folkgitarrenlinien und ausdrucksstarken Gesangsdarbietungen beruhen, sollten Falkenstein antesten bzw. für sich finden. Zur Akzentuierung einiger Passagen verwendete der Protagonist Percussion, Schlagwerke und Flötenklänge, die aber nie dominant, sondern nur  zurückhaltend bzw. dezent ertönen. Die Gesangsleistungen des Tobias Franke sind ebenso ergreifend & eindringlich wie auf dem Vorgänger “Heiliger Wald” und stellen weiterhin das Aushängeschild bzw. Markenzeichen von Falkenstein dar.

Auf dem Oeuvre “Urdarbrunnen” einen echten Anspieltipp auszumachen, stellt mich den Redakteur vor die Qual der Wahl, aber letztendlich entscheide ich mich für die zwei Stücke ‘Erlkönig’ (eine stimmungsvolle Vertonung des Gedichtes – sehr fein) und ‘Halfdan, Ragnar’s Sohn’ (ein leicht martialischer Hauch weht und lässt tief in die Geschichte dahinter eintauchen), die absolute Ohrwürmer darstellen.

Für den guten Sound sorgte in letzter Konsequenz Axel Frank von Werkraum, der das abschließende Mastering vornahm, welches zum Hörerlebnis beiträgt.

Fazit:

Tobias Franke liefert mit “Urdarbrunnen” ein Highlight der Extraklasse ab, das aus inhaltlicher wie musikalischer Sicht in jeder Sekunde begeistern mag und Hörerinnen bzw. Hörer aus unterschiedlichsten Bereichen begeistern dürfte. Wer anspruchsvollen Folk mag, kommt an Falkenstein nicht mehr vorbei – es besteht Kaufpflicht für die heimische Sammlung!

Hörbeispiele und weitere Informationen zu Falkenstein findet Ihr unter folgenden Links:

http://www.myspace.com/falkensteinfolk
http://www.falkenstein-musik.de
http://www.myspace.com/heimatfolklabel
http://www.steinklang-records.at

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