Gerhard Zander – Buddha Machines

Neuauflage eines Kultobjekts!

VÖ: 2011 Label: Attenuation Circuit

Genre: Ambient Format: CD-R

Das Original der “Buddha Machines“, ein mehrfach wiederaufgelegter Stand-Alone-Generator für buddhistisch-meditative Musik des Künstlerduos FM3, wurde vor ein paar Jahren einmal quer durchs Internet gereicht; mittlerweile besitzt das gute Stück Kultstatus und der Konsument kann es in allen erdenklichen Farben, Remixen und sogar für sein Smartphone besitzen – der Klangexperimentalist Gerhard Zander nahm sich ebendieser auf seiner gleichnamigen Mini-CD-r nochmals an.

Denn neben dem seinerzeit individuellen Format der Original “Buddha Machines” war ebenso wichtig, dass alle Töne zur freien Verwendung verfügbar waren, sogar zur Weiterverwendung und -Verarbeitung aufgerufen wurde; eine Einladung, die Gerhard Zander gern annahm und aus den vorgegebenen Klängen eine atmosphärische Melange erschuf.

Auf Basis der meditativen Ausgangsloops, die sich größtenteils aus der chinesischen Zitter und verhallten Klavierakkorden (mich stark an Anne Rose Carters “My piano is broken” erinnernd) zusammensetzen, baut er eine insgesamt unaufgeregt entspannte Arbeit, die auf der einen Seite durch hintergründig-ruhigen Ambient in Verbindung mit der klassich-asiatischen Note das meditative Bild eines nebligen Morgens in den Bergen direkt am spiegelglatten See erzeugt; die Ruhe und Gelassenheit eines buddhistischen Mönchs wird schon fast greifbar. Auf der anderen Seite finden sich leicht glitchig-verquere Piano-Kompositionen, die nicht mehr die gleiche Ruhe wie zuvor ausstrahlen, sondern eher das Hasten einer asiatischen Metropole widerspiegeln; dies aber ebenso aus neblig-verschleierter Distanz heraus; auch diese Seite weiß so ihren Reiz zu erzeugen.

Allein, der globale musik-kontextuale Dialog, in dem sich Gerhard Zander hier sieht, kommt meines Erachtens nicht wirklich zum tragen. Denn wo die Originale der “Buddha Machines” sichtlich ein Bindeglied zwischen Instrument und Konsum waren, so steht diese Mini doch ganz klar durch Format wie Wirkung auf der Seite des Konsums – das hier erdachte Konzept erscheint zwar logisch, in seinem letztendlichen Produkt lässt sich dies aber nicht ablesen; dies trübt aber wiederum nichts an der atmosphärischen Klasse der Arbeit.

Fazit:

“Buddha Machines” ist eine spannende Veröffentlichung, die vor allem aus der asiatischen Zither ihre meditative Wirkung schöpft, aber auch insgesamt ein atmosphärisch dichtes Oeuvre darstellt. Zwar mag das Konzept im letztlichen Produkt etwas untergehen – die Wirkung aus sich selbst heraus kann man “Buddha Machines” nicht absprechen!

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