Visionär, intensiv & typisch französisch!
VÖ: 2010 Label: Hikikomori Records
Genre: Black Metal, Industrial Format: CD-R
In der Nacht zu Allerheiligen (Halloween) spielen sich oft merkwürdige Dinge wie die Gründung von Haiku Funeral ab, die seitdem eine extreme Fusion der Stile Black Metal, Doom und Industrial auf die Menschheit loslassen, welche natürlich einmal mehr aus Frank- reich stammt, aber nicht von Einheimischen, sondern von Zugereisten Dimitar Dimitrov (Bulgarien) & William Kopecky (USA) Aufnahme fand.
Mit “If God Is A Drug” publiziert das Duo innerhalb von drei Jahren seine dritte Veröffentlichung, wovon zwei, wie auch dieses aktuelle Release (limitiert auf 50 Kopien), über Hikikomori Records (Kopenhagen, Dänemark) erschienen, wo mehrheitlich experimentelle Künstler das Licht der Welt erblicken.
Tonkunst und Inhalt bilden auf “If God Is A Drug” ein eng verzahntes Schweizer Uhrwerk, das von der ersten Sekunde an die Apokalypse beschwört, welche vor allem durch die dämonischen Lautäußerungen von Dimitar Dimitrov (Glades Of Gloom, Corpus Diavolis & Unhealthy Dreams) zutage tritt, der dieser komplexen wie eingängigen Arbeit ein ausdrucksstarkes “Gesicht” verleiht, das William Kopecky (Kopecky, Yeti Rain, Far Corner) mit seinem klaren wie verzerrten Sprachgesang einrahmt bzw. einfasst. In Punkto Sound kreierten Haiku Funeral eine undurchdringbare Masse mit teilweise psychedelischem “Drive” aus Black Metal Riffing, vielseitigen Dark Ambient Wänden, von Death Doom inspirierten Schlagzeugtakten & industriellen Strukturen mit Einsprengseln aus dem Noise, den die Musiker mit Sprachsamples & einer Frauenstimme (Wer? Keine Ahnung), welche ein wenig an Jarboe erinnert, abschmeckten. Besonders die Vielfältigkeit der Songs mag überzeugen und für solch ein Oeuvre verwundern, die ansonsten eher von Monotonie geprägt sind. Zudem mangelt es diesem Werk nicht an Wiedererkennungswert, der sich nicht alleine an den Stimmen festmacht, sondern an der Gesamtheit, welche sich wahrlich von anderen Protagonisten dieser Szenerie abhebt, das sich auch auf experimentelle Spielereien zurückführen lässt, wodurch Haiku Funeral über eine Alleinstellung verfügen (und sie ein wenig zu musikalischen Visionären erhebt!). Wer von einem Extremalbum mehr als nur Härte bzw. Durchschlagskraft und Monotonie erwartet, sollte unbedingt Haiku Funeral antesten, die sich fernab der Mehrheit im Untergrund bewegen und mit “If God Is A Drug” ein Meisterwerk abliefern, das verschiedenste Stimmungen auffährt und aufgrund seiner Dichte einem Soundtrack für einen anspruchsvollen Horrorstreifen gleicht.
Fazit:
Individuen, deren musikalische Wurzeln im Black Metal, Doom, Dark Ambient & Industrial liegen (und Experimente schätzen), müssen in “If God Is A Drug” von Haiku Funeral reinhören, welches unter den Aspekten Intensität, Wiedererkennungswert & Abwechslungsreichtum zu den visionären Meilensteinen dieser Szenerie gehört – meine absolute (uneingeschränkte) Empfehlung! PS: Als „musikalisch assimiliert“ dürfte man den Zustand bezeichnen, den die Wahlfranzosen Dimitar Dimitrov & William Kopecky auf “If God Is A Drug” offenbaren, der einmal mehr das Abfärben von äußeren Rahmenbedingungen beweist.















