Hilter – a tergo

Von atemberaubender Intensität!

VÖ: 2011 Label: Hikikomori Records

Genre: Dark Ambient, Industrial Format: CD-R

Hilter – Nein, nicht die Gemeinde am Teutoburger Wald, sondern die isländische Dark Ambient/ Industrial Formation, deren drittes Opus “a tergo” jüngst über Hikikomori Records in Dänemark das Licht der Welt erblickte, welches phänomenales Kopfkino beschert, das nicht zuletzt an den zahlreich verwendeten TV- bzw. Filmsamples liegt, die der Gesamtheit eine massive Ausdruckskraft verleihen.

Klein aber fein, dürfte die trefflichste Umschreibung für Hikikomori Records mit Sitz in Kopenhagen sein, wo in regelmäßigen Abständen Releases aus dem Industrial Umfeld, als schmale CD-R Auflagen, erscheinen.

Peter C. Mueller, Rob Perzika & Rhalv Følling hinter Hilter gehören zweifellos zu dem Personenkreis, die auf ihren Veröffentlichungen ihre Sexualität ausleben, weshalb es nicht verwundert, dass das dritte Werk der Isländer den Namen “a tergo” (übersetzt: Geschlechtsverkehr von hinten) trägt; früher, zu den Anfängen des Industrial, bestimmt schockierend, aber in der aktuellen Moderne eher ein Lacher, auch wenn die Herrschaften im Gesamtkontext recht hochwertig rüberkommen und nicht in die Plakativität abdriften.

In Punkto Tonkunst hingegen, präsentieren Hilter mit “a tergo” ein intensives Meisterwerk, das sich aus den Stilen Industrial, Musique Concrète & Dark Ambient zusammensetzt und zwischen atmosphärischer Bedrohlichkeit & leichter Rhythmik schwingt. Zur Akzentuierung dienen dem Trio die angesprochenen Ton- & Sprachsamples, wodurch sie den synthetischen Grundstrukturen Leben bzw. Organik einhauchen. Vergleichbare Arbeiten existieren defacto nicht, wodurch die Beschreibung, Bad Sector bloß abgedrehter (mit französischem Einschlag a la Babylone Chaos), ein wenig hinkt, aber im Endeffekt den Nagel auf den Kopf trifft. Anspieltipp? “A tergo”, ein mitreißender Soundtrack, in dem jeder Track ineinandergreift, wodurch eine wahnsinnige Dichte entsteht, die Konsumenten nicht zerstören sollten, ansonsten entgeht ihnen die teilweise erdrückende Ausdruckskraft dieses irren Kopfkinotrips – Wahnsinn!

Fazit:

Hilter offenbaren mit “a tergo” ein emotionales Highlight für alle Kopfkinofans, deren Intensität bzw. Dichte absolut beeindrucken mag – meine absolute Empfehlung!

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