Es gibt Veröffentlichungen, die überrollen den Hörer regelrecht mit ihrer Intensität. Veröffentlichungen, vor denen man sich einfach nur verneigen kann, für die Worte kaum ausdrücken können, was tonal in ihnen passiert und was emotional dabei im Hörer passiert. LAMBWOOLs Album “A Sky Through The Wall” ist genau solch ein Werk und zeitgleich der Beweis für den absolut hochgradigen Geschmack der Franzosen von OPN Records.
“A Sky Through The Walls” besteht aus zwei CDs jeweils mit über einer Stunde Spiellänge; auf der ersten CD findet sich das eigentliche Album, auf der zweiten unter dem Namen “Dust – Rare & Unreleased Tracks -” eine Sammlung von unveröffentlichten Stücken oder Compilationbeiträgen. Eingefasst in ein edles, mit sehr geschmackvollen Fotos gestaltetes Hochglanz-Digipak finden sich die zwei CDs; damit beeindruckt es allein äußerlich schon schwer, was durch ein vorab veröffentlichtes, ebenso sehr stimmungsvolles Video zum Titeltrack nochmals ergänzt wird – einen besseren Start kann man für ein derartiges Werk kaum haben.
Womit sich LAMBWOOL, ein bereits seit dem Jahr 2000 bestehendes Projekte des Franzosen Cyril Laurent, auf seinem fünften Album “A Sky Through The Wall” inhaltlich beschäftigt, vermag der Hörer zwar nicht zu erfahren, dafür aber wird er Zeuge eines absolut ergreifenden Soundtracks, der in sich die Stärken von Dark Ambient, minimalistischem Ritual und gefühlvoller Neoklassik vereint und daraus ein sich mehr und mehr steigerndes Werk kreiert. Auf Basis von ruhigen, stets dunklen Soundflächen arbeitet der Franzose vor allem mit Violinen, Piano und selten Trommeln oder elektronischen Rhythmusfragmenten, manchmal hintergründig durch chorale Stimmen begleitet; in der Wirkung kommt dies dem Artwok gleich, bündelt es doch in sich einerseits die Dunkelheit der menschlichen Vergänglichkeit in Form der Ruine, gleichzeitig aber Eskapismus, Jenseits und Überlebensgroßes, wie es der Nachthimmel hinter den Ruinen symbolisiert; wie ein Strom führt das Album langsam von hier weg, durch die Ruine hindurch in den Nachthimmel, lässt das gesamte Leben einfach zurück. Das fantastische Finale findet “A Sky Through The Wall” dann im Titeltrack, der passend an eben letzte Stelle gesetzt wird und mit einer unglaublichen Intensität alles bündelt, von Melancholie zu großer Epik, von riesenhaft ergreifenden Chorälen zu bewegendem Space-Ambient – absoluter Wahnsinn!
Die zweite CD steht dem qualitativ kaum nach, kommt aber durch seinen Inhalt erwartungsgemäß stilistisch nicht derart geschlossen daher, wie das Hauptalbum. Hier kann man vor allem die chronologische Entwicklung des Projektes ablesen, die von den zwar noch simpleren, trotzdem aber bereits atmosphärisch dichten ersten Tracks des Projektes aus dem Jahr 2001 über verschiedene Compilation-Beiträge bis zu unveröffentlichten Tracks aus dem Jahr 2007 reicht, die sich technisch wie kompositorisch ständig weiterentwickeln. Der Fokus der frühen Arbeiten lag augenscheinlich noch mehr auf den ritualistischen Elementen sowie der Verwebung mit Elektronika, die klassische Note kommt erst im Laufe der Zeit hinzu, bis man im Jahr 2007 dann bereits zu immenser ambientaler Stärke fand, die wie auch das Hauptalbum schwer beeindruckt.
Fazit:
Für mich ist “A Sky Through The Wall” ein definitiver Anwärter auf das Dark Ambient-Album des Jahres 2012 – Lambwool erschafft hier mit technisch perfekten Mitteln ein Werk, das technisch wie kompositorisch auf höchstem Niveau, emotional tief ergreifend und optisch absolut reizvoll auftritt. Wessen Herz für anspruchsvollen Dark Ambient mit klassischer Note schlägt, findet in “A Sky Through The Wall” ein absolutes Highlight!
LAMBWOOL - A Sky Through The Wall
Tracklisting:
CD 1: A Sky through The Wall; 01. Somewhere 02. No Man 03. Underground 04. Floating 05. Agora 06. Don’t Fall Asleep 07. A Sky Through The Wall
CD 2: Dust – Rare & Unreleased Tracks -; 01. Aftershow 02. Insects 03. Echine 04. Time (It Doesn’t Exist) 05. Her Ghost (Still In The Room) 06. Daedalus (Feat. Remain Silent) 07. This Location 08. Your Picture 09. Gone 10. Inferno 11. Forbidden Way
VÖ: 2012 Label: OPN
Genre: Dark Ambient, Neoklassik Format: DCD















