Laster – Wijsgeer & Narreman

Die Niederländer von Laster gemahnen im ersten Eindruck irgendwie an Urfaust – woran das so recht liegt, vermag ich gar nicht zu sagen. Vielleicht am Stil der Umverpackung oder dem Faust’schen Motiv & wie Texten – oder einfach der sprachlichen Herkunft. Bereits der erste Durchlauf straft dem jedoch Lügen: nach Urfaust klingen die beiden Herren (von denen man Herrn N. Vielleicht von Northward kennen könnte) zwar mitnichten, das tut der Qualität aber keinen Abbruch.

Stattdessen spielen Laster auf ihrem ersten Output “Wijsgeer & Narrema““, das nach wie vor als freier Download verfügbar ist, ebenso aber als Tape (lim. 100) und nun noch als MCD (lim. 500) Veröffentlichung findet, eine Variante des Black Metal, die sich auf der einen Seite nicht den neueren Einflüssen verschließt, trotzdem aber genügend Reizpunkte, Kantigkeit und durchaus Eigenheit besitzt, um nicht mit dem Unwort “shoegaze” oder ähnlichem abgewertet werden zu müssen.

Das Riffing zeigt sich durchweg flächig, die Tonalität als sehr atmosphärisch und fließend zu beschreiben, trotzdem aber bleibt es bei einem insgesamt rauen Soundgewand, wodurch in Verbindung mit den eher melancholischen Gitarrenläufen ein herrlich emotionales Gesamtbild, weit entfernt vom momentan so populären kuscheligen Ausleger, ergibt. Die drei Stücke bewegen sich zwischen fast sechs und sieben Minuten, bauen dabei auf etliche Variabilität und wissen von im mittleren Tempo getragen bis im treibenden Uptempo vor allem durch die Gitarrenarbeit zu überzeugen, die sich nicht zu leicht verdaulich gibt, mit ihrem Harmonien jedoch das Herz des geneigten Hörers trifft.

Wenn Laster eines beherrschen, dann ist es die Fähigkeit fesselnde Atmosphäre zu erzeugen – wenn dann die Stimme noch irgendwo im Sturmrauschen der Gitarren giftig-emotional schreit, reicht es für mich absolut, um ins Schwelgen zu geraten. Den Höhepunkt stellt diesbezüglich der letzte Track  ‘Wijsger ende Narremann‘ dar, in dem geschickt mit Akustikgitarre gearbeitet wird, um am Ende in einem fulminanten Rausch auszuklingen – herrlich! Ich weiß nicht, ob dieses Rezept für ein Vollzeitalbum ausreicht oder ob dann wiederum noch mehr passieren müsste; für diese knappe Vorstellung von 19 Minuten überzeugt das Tongut jedoch durchweg.

Fazit:

Die Niederländer Laster wissen mit ihrem ersten Demo zu überzeugen, am Ende sogar zu begeistern – wer einen atmosphärisch spannenden & emotionalen Trip jenseits des weichgespülten Kuschelkurses ala Alcest, Les Discrets & Konsorten sucht, der führe sich diese CD zu Gemüte!

LasterWijsgeer & Narreman

Tracklisting: 1. In levenskolken, in dadenstrom 2. Tot eenheid verweven 3. Wijsgeer ende Narreman

VÖ: 2012 Label: Dunkelheit Produktionen

Genre: Black Metal  Format: CD

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