Fein, aber aufgrund der … ohne echte Chance!

VÖ: 2010 Label: Prophecy Productions

Genre: Postrock, Folk, Shoegaze, Wave

Wie gerne würden die Franzosen ihre “Exotenstatus” in der Musiklandschaft abstreifen, der ihnen auf der einen Seite viel Lob einbrachte, aber auch für massive Absatzschwierigkeiten wie Durchsetzungsprobleme am hart umkämpften Markt sorgt. Mit Les Discrets zieht eine weitere französische Band aus, die alleine aufgrund der Benutzung ihre Muttersprache vor “Barrieren” rennt, welche schon x andere Interpreten vor ihnen nicht überwinden konnten! Leider dürfte der allgemeine Wortlaut für das Debüt “Septembre Et Ses Dernières Pensées” von Les Discrets wie folgt sein: “Hervorragende Musik, aber die französische Sprache … (nervt bzw. verhindert einen breitflächigen Erfolg).” Schade, aber wieso immer die gleichen Fehler?

Sicherlich holen sich Prophecy Productions mit Les Discrets keine schlechte Band ins Haus, aber ob ein ausgewiesenes Spartenlabel noch mehr Exoten im Repertoire benötigt, ist eine Frage, die meine Person zum Glück nicht beantworten (& schlussendlich verantworten) muss!

Thematisch “verwursten” Les Discrets auf ihrem ersten Langspieler “Septembre Et Ses Dernières Pensées” (September und dessen letzte Gedanken) die “Dreieinigkeit” aus Natur, Liebe & Tod, welche gemeinsam eine traurige Grundstimmung zum “Anfassen” erzeugen und vornehmlich emotional empfängliche Personen ansprechen.

Musikalisch mögen der Maler & Filmemacher Fursy Teyssier (Gitarre, Bass, Gesang) & seine Mitstreiter Winterhalter (Schlagzeug) wie A. Hadorn (Gesang) hinter Les Discrets überzeugen, welche einen gefühlvollen Mix aus Postrock, Folk & (Cold) Wave präsentieren, der von der ersten Sekunde an einfängt und teilweise ein hypnotisches Hörerlebnis beschert, das verstärkt an den gewissen Gitarrenlinien liegt, die extrem an Britpop Helden wie The Muse, Coldplay & The Verve erinnern. Ein weiteres markantes Markenzeichen von Les Discrets sind die Gesangsparts von Fursy Teyssier & A. Hadorn, welche den 10 Songs eine mitreißende Ausdruckskraft verleihen. Gewisse Momente gleichen Dead Can Dance, aber gehen in der Fülle der Sounds unter, weshalb explizite Vergleiche mit den Heroen ehr aus der Luft gegriffen sind – Punkt!

Anspieltipps offenbart “Septembre Et Ses Dernières Pensées” von Les Discrets am Fließband, wenn die Hörerschaft auf progressiven Postrock abfährt & der französischen Sprache nicht ablehnend gegenübersteht, ansonsten …

Fazit:

Les Discrets offerieren mit “Septembre Et Ses Dernières Pensées” ein bezauberndes Debüt, das durch filigrane Melodien & einnehmende Atmosphären besticht, aber aufgrund der französischen Texte keine Chance auf den großen Durchbruch am Markt hat – Schade! Meine eingeschränkte Empfehlung, es gibt leider zu viele Individuen, die der französischen Sprache nix abgewinnen können!

Hörbeispiele & weitere Informationen zu Les Discrets findet Ihr unter folgenden Links:

http://www.myspace.com/lesdiscrets
http://lesdiscrets.com/
http://www.prophecy.cd/

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5 Kommentare zu „Les Discrets – Septembre Et Ses Dernières Pensées“

  • Dev sagt:

    Keine Chance auf den “großen Durchbruch”? Les Discrets hat allein durch die Split mit Alcest relativ hohe Bekanntheit erlangt. Die werden sicher nicht im Untergrund dahinvegetieren.

    Im Übrigen haben Projekte wie Alcest und Amesoeurs doch gezeigt, dass die französische Sprache kein Hindernis darstellt.

    Deine Review stimmt mich jedenfalls positiv. Ich freue mich schon auf den Tag, da die CD in meinem Briefkasten liegt.

  • RaF sagt:

    Guten Morgen Dev,

    Danke für Deinen Kommentar! Ein Split (+ ein Album) machen noch keinen dauerhaften “Sommer”, den man als großen “Durchbruch” feiern könnte! Zudem darfst Du nicht von “uns” ausgehen, welche sich französischsprachige “Mucke” geben, die Mehrheit lehnt dies strikt ab! Alcest, Amesoeurs & Les Discrets machen weiterhin Randgruppenmusik, auch wenn sie ein paar nette Achtungserfolge verbuch(t)en, die großen Abräumer werden die nie in Deutschland! Oder wie erklärst Du die Tatsache, dass große Tour- & Festival- Veranstalter nie französische Bands ins Billing aufnehmen? Guck Dir mal Gojira an, eine Topkapelle aus Frankreich – will hier niemand auf Tour sehen, außer als erste Vorband – schaut so großer Durchbruch aus? PS: Meinste die Mehrheit auf der The Vision Bleak Tour stellen die Alcest Fans?

  • Dev sagt:

    Gut, wenn du von Deutschland ausgehst, hast du natürlich Recht. Sonst wäre auch Alcest Headliner und nicht The Vision Bleak. (Was ich persönlich schade finde, da The Vision Bleak in meinen Augen nur mittelmäßig ist.)
    Ich stelle aber die gewagte These auf, dass Alcest international bekannter und erfolgreicher als The Vision Bleak ist. (Und das ist wiederum entscheidend für Prophecy. Ich denke also schon, dass sich das Ganze “rechnen” wird.)

    Ich muss auch gestehen, dass ich die französische Sprache sehr schön finde und deshalb ein klein wenig voreingenommen bin … ^^

    Nichtsdestoweniger freue ich mich auf Septembre Et Ses Dernières Pensées und Écailles De Lune und danke dir für die beiden Reviews!

  • RaF sagt:

    1. The Vision Bleak konnte ich noch nie etwas abgewinnen, weshalb ich zum neuen Album auch keine Rezi tippe!
    2. Die französische Sprache ist göttlich, aber erfreut sich leider nicht alzu großer Beliebtheit – Schade, aber eine Tatsache!
    3. Wenn Du ne Bands aus Frankreich suchst, die faktisch alles richtig macht, dann mußt Du My Own Private Alaska (M.O.P.A.) antesten!
    4. Die Reviews für Alcest & Les Discrets habe ich sehr gerne geschrieben! Sind halt irgendwie typische Prophecy Bands, welche ich zum überwiegenden Teil sehr schätze!
    5. Danke fürs Kommentieren!

    Schöne Grüße

    RaF

    PS: Bei Fragen einfach ne E-mail tippen!

  • Katharsis sagt:

    ““Hervorragende Musik, aber die französische Sprache … (nervt bzw. verhindert einen breitflächigen Erfolg).” Schade, aber wieso immer die gleichen Fehler?”

    Wieso sollte das ein Fehler sein, dass Les Discrets sich der französischen Muttersprache bedient? Weil es “einen breitflächigen Erfolg” verhindert?
    Naja, kann man bestimmt so sehen, aber ich denke, dass da hinter der Musik in erster Linie die eigene persönliche Verwircklichung steckt und nicht irgendwie Geilheit auf internationalen Durchbruch. So gesehen wäre dann nämlich alles “fehlerhaft”, was nicht in Richtung Populismus und damit der Auslöschung der eigenen Kreativität geht.

    “PS: Meinste die Mehrheit auf der The Vision Bleak Tour stellen die Alcest Fans?”

    Wie es bei der gesamten Tour aussieht, kann ich nicht beurteilen. In Würzburg allerdings sind nicht wenige unmittelbar nach dem Auftritt von Alcest nach Hause.

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