VÖ: 2011 Label: Inner Cinema
Genre: (Dark) Ambient, Noise Format: MC, Download
Ein weißer, gänzlich in Leere getauchter Raum. Stille, Weite, Unendlichkeit in jede Richtung. Keine Reize, die das Bewusstsein beanspruchen oder abzulenken vermögen, sondern nur die Konzentration auf die eigene Existenz. Aus der Stille heraus durchziehen Wellen den Raum, lassen die gesamte Aufmerksamkeit sich nur auf den Ton konzentrieren, der aus der weißen Entfernung heranrauscht.
Die Wellen verdichten sich und beginnen das Gehör ganz auszufüllen. Interferenzmuster bilden sich, hohe Klangspektren entstehen und ziehen wieder ab, der Klang wird assoziativ, bleibt jedoch abstrakt. Lautstärke und Druck nimmt zu, das Ohr versucht die verschiedenen Ebenen zu erfassen, den glasklaren Verlauf der Wellenmodulationen zu folgen, bis es aufgrund der Frequenzen abbrechen muss. Im Hintergrund bauen sich unmerklich atmosphärisch vibrierende Tiefen auf, vordergründig ebbt die Intensität wieder ab. Die erste Welle ist vorüber.
Zirpendes Rascheln und eine zarte Stimme aus der ferne künden die zweite Welle an – das Gehör taucht abermals ein. Bedrohliches, an ein Cello erinnerndes An- und Abschwellen bedrückt das Trommelfell, während ein hochfrequentes Störgeräusch den Gesamtklang dominiert, welches sich alsbald in kaum mehr hörbare Frequenzen emporschraubt. Raunen in der Weite, dunkle, ruhig-sphärische Verläufe lassen den Hintergrund treiben, langsam verschwindend, bis nur noch zwischen weich und weiß pendelnder Hochton bleibt.
Die Ruhe geht in weißes Rauschen über. Sublim nur lassen sich die Entwicklungen im hochfrequenten Bereich verfolgen, während pulsartige Fragmente durch den Raum hallen. Dumpfes Dröhnen erzeugt Muster, durchzogen von verzerrten Feldaufnahmen. Alle vibrieren, nehmen aufeinander Einfluss und stehen doch allein, isoliert voneinander. Das Gehör verliert die hohen Töne, dunkel-bedrohlich bestimmt das Dröhnen die Wahrnehmung, sich langsam wieder in die Ferne ergebend.
Die letzte Welle rollt an, bedrohlicher und unfreundlicher als die vorigen. Das Ohr scheint Illusionen erlegen, kann nur noch marginal unterscheiden, an welcher Stelle Veränderungen stattfinden oder bloß die schiere Physis nicht mehr ausreicht. Knarzig-rauschende Störgeräusche erschaffen gleichzeitig Struktur und zerstören diese alsbald wieder. Das Gehör hält sich am dichten Dunkel der tieferen Wellen fest, nur um schließlich auch von diesem verlassen zu werden, allein mit dem schwebend-singenden Klingen des letzten Wellenfragments; dem letzten Ton einer Reise durch “Waves”.
Fazit:
Die Österreicherin MaCu und ihr argentinischer Kollaborationspartner Federico Barabino haben mit “Waves” ein extrem zartes und feinfühliges Werk der Klanganalyse bewerkstelligt, welches fernab von jeglichem Easy Listening mit den Möglichkeiten von minimalem Noise und Ambient spielt. Der glasklare Klang und die räumliche Weite machen “Waves” zu einem bis an die Grenzen des Hörbaren gehenden Werk, das vor allem aufgrund seines spannungsgeladenen Spiels zwischen Unhörbarkeit, Strukturlosigkeit, Dichte & Detailverliebtheit beeindruckt. PS: Wer das Tape möchte schreibt uns oder kauft auf den Plattformen Ebay oder Bandcamp ein!

















Sounds like a great session. I am extremely interested in obtaining a copy of this!!
all the very best-
Charles
Good Morning Charles,
please buy it directly @ Bandcamp or write a mail to info [@] inner-cinema [.] com!