Neonrain – We Are Meat – The Vultures

Ein Segen für Extremmusikfetischisten!

VÖ: 2008 Label: Steelwork Maschine

Genre: Doom, Drone, Industrial, Noise, Krach

In unserem beschaulichen Nachbarland Frankreich “treibt” sich ein irres “Musikervölkchen” herum, das in der Regel einen großen Hang zu Experimenten an den Tag legt. Mit Neonrain ereilt meine Person eine Ein-Mann Formation, die im Gegensatz zu der vorherig genannten Gilde von Aktivisten nicht durch Versuchsreihen sondern mit sagenhafter Brutalität bzw. Brachialität kombiniert mit leichter Rhythmik besticht.Der lenkende bzw. denkende Kopf hinter Neonrain Serge Usson kreiert auf der Doppel-CD “We Are Meat – The Vultures” eine in die Tiefe ziehende Mixtur, die Extremmusikfetischisten unter Garantie einen geistigen “Orgasmus” beschert. Diejenigen unter Ihnen, die den Krach und die Monotonie meiden, wie die Fliegen die Reinheit, müssen sich schleunigst anderen Besprechungen im Feindesland.de zuwenden.

Hier erwartet Sie ein musikalischer Querschnitt aus Sun O))), übelsten Noisestrukturen (schwankend zwischen Hochtonfrequenzen und übelstem Industrielärm) und einer Stimme, die in einigen Stücken stark an Brendan Perry (Dead Can Dance) zu seinen besten Zeiten erinnert. Zu dem versetzt der Franzose das Gesamtkunstwerk noch mit Elementen aus dem Punk, Industrial, Minimal und Ambient – purer Wahnsinn!

Diese Publikation entstand im Zeitfenster von 2003 – 2007, wodurch der Verdacht entstehen könnte, dass die Tonträger musikalische Breaks aufweisen. Nein, in keiner Sekunde äußert sich die aufgestellte Vermutung, ehr beschleicht die Hörerin bzw. den Hörer das Gefühl, als wäre “We Are Meat – The Vultures” in einem Guss produziert worden.

Die Auftakt CD “We Are Meat” verfügt über 7 einzeln anspielbare Tracks, die in jeglicher Form zusammenhängen. Um Ihnen einen besseren Einblick in die Hintergrundthematik von “We Are Meat” zu verschaffen, hier der im Booklet dazu abgedruckte Text:

We Are Meat

Abandon all hopes all
Ye who works here.

Suffer the flesh!
Work the flesh!
Torn life focuses pain.

Work Flesh.
Hard Work.
Tool Skin.
Meat Tools.
Summon the profit.
Obey and Perish.
Produce, not cherish
Sparing some meat.
[...]
Control the meat.
Cover the fiendish.
Support and punish,
The flesh thats fits.
Walk in line
To the slaughter
Work in line
To the slaughter

We are preys
Here and after
Work off line
Like offenders

Eat it

We are meat.

Diese hier zu lesende Art der Gesellschafts- bzw. Sozialkritik wurzelt im Punk bzw. Ur-Industrial, wo unzählige Provokateure versuchten mit dieser Darstellung, ihrer Wut gegenüber dem System bzw. der Industrie Luft zu machen.

Im Besonderen das fünfte unbetitelte Lied auf “We Are Meat” offeriert diesen alten Charme, eine klassisch klagende Komposition aus Punk (Gitarren) und Industrial (elektronische Rhythmen) – bestimmt der unumstrittene Anspieltipp auf CD1. Ingesamt gesehen, schlägt Neorain auf “We Are Meat” eine härtere Gangart an, weil hier mehr die musikalischen Komponenten Drone (Doom) und industrieller Krach hervorstechen.

Auf dem zweiten Teil “The Vultures” offenbart Neonrain die gleiche Intensität wie schon auf “We Are Meat” gehört, aber im Gegensatz dazu, liegt hier der Schwerpunkt auf den elektronischen Komponente, heißt Sie erleben auf “The Vultures” mehrheitlich eine Melange aus Ambient, Industrial, EBM, Noise und Minimal. Gitarren? Fehlanzeige (maximal 0,25 Prozent)! Zart besaitete Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber müssen sich definitiv die Ohren zu halten, hier schlägt die pure Gewalt bzw. der pure Hass um sich. Aus den 8 Tondokumenten von “The Vultures” Ihnen einen Anspieltipp herauskristallisieren zu wollen, scheitert an dem Faktum, dass Serge Usson auf “The Vultures” phänomenale Arbeit leistete, die nur in der Gesamtheit ihre wahre Kraft entfaltet (Komplett in einem Durchgang hören oder auslassen!). Individuen, die sich noch an die Anfangstage von Skinny Puppy erinnern und heute Extremklangkunst favorisieren – sollten hier unbedingt reinhören – meine absolute Empfehlung. Genial!!!

Dieses fulminante Opus “We Are Meat – The Vultures” erscheint in einer Auflage von 1000 Exemplaren auf dem belgischen Vorzeigelabel für extreme Tonkunst Steelwork Maschine. Die feine Verpackung tut ihr übriges um Neonrain in einem schönen Licht darzustellen.

“We Are Meat – The Vultures” widmete Serge Usson dem verstorbenem Live-Schlagzeuger Mathieu Charron (1983 – 2007) von Neonrain. (R.I.P.)!

Fazit:

Wer für seinen heimischen CD-Schrank ein Vorzeigeoeuvre des Post-Industrial sucht, darf hier unbekümmert zugreifen. Die von Serge Usson aufgebauten Atmosphären dürften jeden Fan des vielschichtigen Industrial überzeugen, hingegen Scheuklappenträger, die beim kleinsten Einsatz eines Gitarrenakkord die Flucht ergreifen, lassen die Finger von dieser Doppel-CD. In meinen Augen ein Highlight für eine kleine aber feine Zielgruppe!

Hörbeispiele zu Neonrain finden Sie unter folgendem Link: http://www.myspace.com/neonrainproject

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