Nocturnal Depression – Suicidal Thoughts

Nocturnal Depression stellen einen seltenen Fall dar: die Franzosen waren seit jeher im depressivem Schwarzstahl beheimatet, fingen an, kurz bevor die richtig große Schwemme im DSBM losging und haben die Flut und die nachfolgende Ebbe als eine der wenigen Bands überlebt – sind dabei ihrem Stil jedoch stets treu geblieben und haben sich so einen für das Nischengenre doch bemerkenswerte Anhängerschar erspielt. Das rumänische Label Sun & Moon Records nimmt sich etlicher Neuauflagen der vergangenen Werke an, so auch dem ersten Demo “Suicidal Thoughts“, welches nun auf professioneller CD erscheint.

Nun, um Possenreißen braucht sich hier sicherlich niemand Gedanken machen – allein Album- wie Liedttitel sprechen Bände, ebenso der blutige BM-Vertreter auf dem Cover, dazu prangt im Booklet dick und fett der Kampfbegriff “Suicide”, die vier Stücke pendeln zwischen fünf und zwölf Minuten – alles so, wie man es aus diesem Bereich erwartet. Doch, und ich denke, so wird es nicht nur mir gehen, ist so eine grundehrliche, schnörkellose DSBM-Veröffentlichung zwischen den momentan allerorts sanft umherwabernden Post-BM-Kapellen geradezu erfrischend.

Das Demo, erstmals 2004 als Tape und Cdr veröffentlicht, wurde für die vorliegende Version neu eingespielt und aufgenommen, wodurch ein sichtlich ausgewogeneres Klangbild zutage tritt – damit soll jedoch nicht der Eindruck erweckt werden, dass Nocturnal Depression hier glatt oder fett produziert klingen; viel mehr hat man den Tieftönern etwas mehr Volumen gegeben und die Instrumente hörbar differenziert, den für diese Sparte essenziellen bratzigen Sägenklang der Gitarren hat man dabei jedoch konserviert, ebenso poltert das Schlagzeug schön blechern.

Musikalisch bewegt man sich in den aus diesem Bereich bekannten Motiven: ein- und ausstimmende Regensounds, langsame und monotone Aufbauten, die schleppend-melancholische Riffs beinhalten, selten gibt es Tempo-Ausbrüche nach oben, meistens setzt man auf eindringliche Langsamkeit, aufgelockert durch wenige Klargitarren-Intermezzi; der kratzige Kehlgesang, der hier weit ab von den üblichen Silencer-Attitüden agiert, steuert noch einen Schuss Verzweiflung bei – perfekt. Und so oft man diese Stilistika früher auch um die Ohren gehauen bekam – “Suicidal Thoughts” ist ein in seinem Purismus schönes, atmosphärisches Album, das bei mir vor allem leichte Rückblicks-Melancholie erzeugt, acht Jahre zurück denken lässt, als man Gruppen wie Nyktalgia, Trist (CZ) oder Make A Change… Kill Yourself grade für sich entdeckte und sich deren depressiver Schwärze einfach nur ergeben wollte…

Fazit:

Nocturnal Depression haben zwar schon anno 2004 nicht das Rad neu erfunden, trotzdem aber haben sie mit “Suicidal Thoughts” ein eindringliches erstes Demo erschaffen, das nun seine würdige Aufarbeitung erfährt. Für BM-Anhänger des klassisch-depressiven Stils ohne die tausendmal gehörten Post-Schmonzetten ein perfekter Trip in die Vergangenheit!

Nocturnal DepressionSuicidal Thoughts

Tracklisting: 01. A Ghostly Face into the Night 02. When Darkness Covers My Soul 03. As Blades Penetrate My Flesh 04. …and the Forest Answers to My Call

VÖ: 2012 Label: Sun & Moon Records

Genre: Black Metal  Format: CD

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