Eine phänomenale Zurückmeldung!

VÖ: 2008 Label: Ars Musica Diffundére

Genre: Neofolk, Dark Wave, Rock

Novalis deux, die vormals nur unter dem Namen Novalis formierten, melden sich nach drei Jahren Funkstille und einigen Schwierigkeiten im Hintergrund mit ihrem neuen Album “Ghosts Over Europe” zurück, welches einen schönen Stilmix aus Dark Wave und Neofolk offeriert.

Novalis deux, die seit dem Jahre 2000 existieren, bestehen jetzt aus folgenden Akteuren: STEV (Gesang, Gitarre, Keyboard), Marcel (Keyboard, Gesang), Matthias (Schlagzeug), Denise (Violine), Sylvio (Gitarre, Bass) und Jojo (Piano, Gitarre), die zudem jetzt noch Unterstützung durch Theresa (Cello) erfahren, um schöne orchestrale Seite der Band auszubauen. Als Gastmusiker wirkten auf “Ghosts Over Europe” die Künstler Boris Nikitenko (Violine), Nadine Boehnke (Gesang), J.B. Backslash (Bass) und Mr.Coffee (Gesang) mit, wodurch das das Gesamtopus an Vielschichtigkeit gewinnt.

Inhaltlich transportieren die Sachsen eine Mischung aus Texten, die zwischen Beleuchtung eigener Lebenssituationen, weltlichen Anschauungen und Heimat schwingen. Auf Plakativität verzichtet die Truppe gänzlich, weshalb in diesem Punkt von hohem Anspruch gesprochen werden darf. Ein Textzitat muss in diesem Kontext natürlich folgen, welches aus den Zeilen des Songs ‘Rome’ stammt:


Ignorance, Arrogance
Breath The Air It’s Sick
Drink Your Last Drop
Because This Is The End
You Will See, This Is The Fall Of Rome
Mistake

Diese niedergeschriebenen Worte beschreiben das Ende von Rom und treffen leider auch auf unsere heutige Kultur zu, die kurz vor dem Kollaps steht.

Musikalisch brillieren Novalis deux auf  “Ghosts Over Europe” mit einer vielseitigen Melange aus Neofolk, Dark Wave und Rock, welche Stimmungen vermittelt, die sich zwischen tiefer Melancholie und Tanzbarkeit bewegen. Alleine der Einsatz zwei sehr verschiedener männlicher Organe macht dieses Oeuvre zu einem Schmankerl, besonders weil die eine Stimmlage eine Kreuzung aus David Tibet (Current93) und Josef Maria Klumb (Von Thronstahl (politisch völlig daneben und überflüssig!)) darstellt. Diejenigen, die rhythmische wie orchestrale Momente gleichermaßen lieben, müssen Novalis deux einfach mal antesten und werden eine Gruppe vorfinden, die mit viel Liebe zum Detail komponiert, weshalb das Endergebnis einfach stimmt. Im Besonderen stehen die Gitarrenlinien, Keyboardklangflächen und Gesangsparts im Vordergrund der Tracks, welche durch Pianopartituren, schöne Hintergrundvocals & Violinenlaute Akzentuierung finden. Personen, die reinen klassischen Neofolk suchen, sollten in “Ghosts Over Europe” erst reinhören, weil das Genre Dark Wave in vielen Passagen doch sehr dominant durchkommt.

An der Produktion wie dem abschließenden Mastering gibt es keiner Sekunde etwas auszusetzen, weshalb die geneigte Konsumentenschaft auch aus diesem Blickwinkel ein Hörerlebnis erhält.
Auf diesem Werk “Ghosts Over Europe” einen wirklichen Anspieltipp auszumachen fällt sehr schwer, weil die Dichte der großartigen Tondokumente erdrückt und so bleibt mir nur die Empfehlung: “CD in den Schacht, Glas Wein eingießen, Füße hoch und entspannt den Tonträger in einem Durchgang genießen!”

Fazit:

Novalis deux melden sich mit einem großartigen Opus zurück, das aus jeglicher Hinsicht begeistern mag und im Besonderen Individuen ansprechen dürfte, die sich für guten alten Dark Wave und Neofolk gleichzeitig interessieren – in meinen Augen ein Pflichtkauf! Bleibt nur zu hoffen, dass die Sachsen nach “Ghosts Over Europe” zügig nachlegen, um ihre gute Arbeit bzw. Vorstellung zu untermauern bzw. zu forcieren.

Hörbeispiele und weitere Infos zu Novalis deux findet Ihr unter folgenden Links:

http://www.myspace.com/novalisdeux
http://www.blackrain.de
http://www.myspace.com/blackraind

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