Of The Wand And The Moon – The Lone Descent

Beeindruckender Stilwechsel!

VÖ: 2011 Label: Heiðrunar Myrkrunar

Genre: Psychedelic Folk Format: DLP | CD

Sämtliche Lagerfeuer (inklusive dem heidnischen Gedöns) löschte Kim Larsen zugunsten psychedelisch melancholischer Strukturen, die an Lee Hazelwood & Serge Gainsbourg gemahnen, auf dem fünften Of The Wand And The Moon Langspieler “The Lone Descent”, der unter dem Banner “No More Happy Songs” formiert, das pure Melancholie, auch ohne vorherigen Konsum, garantiert.

“The Lone Descent” erblickte in den Formaten DLP & CD das Licht der Welt über den hauseigenen Verlag Heiðrunar Myrkrunar, welcher ausschließlich Of The Wand And The Moon Material auflegt, das über Tesco (Distribution Germany) in Umlauf kommt und dort (auch) zum besten Preis Bezug findet.
“Nore More Happy Songs” darf im Bezug auf sämtliche Texte von “The Lone Descent” wörtlich genommen werden, deren Zeilen im Höchstmaß von Vergänglichkeit berichten, die Sonne preisen, das Leben ironisieren und Melancholie streuen, das sich an kurzweiligen Ergüssen wie “We Are Dust” zeigt:

BEHOLD THE STARS | THEY ALL BURN | THEY´LL ALL BURN OUT | AND WE ARE DUST | DUST IN TIMELESS SPACE | AND LOVE IS A FLAME | DEVOURING MOTHS | AND WE ARE DUST | YES WE´RE DUST IN TIME AND SPACE | TAKE A LOOK AT THE SUN | IT WILL FALL WILL YOU RUN? | OH DON´T YOU KNOW? | WE´RE LOST IN ENDLESS PAIN

Inhaltlich offeriert uns der Däne mit “The Lone Descent” sicherlich sein persönlichstes Oeuvre, welches nie in Kitsch oder Plakativität abgleitet, sondern den aktuellen Zeitgeist vieler Individuen vermittelt, denen dieser Planet und seine immer kälter werdende Gesellschaft einfach nur missfällt.

Bei den Aufnahmen von “The Lone Descent” unterstütze Kim Larsen eine ganze “Armee”, deren Namen nicht ungenannt bleiben sollen: John Murphy (Schlagzeug), Soma Allpass (Cello), Anne Eltard (Violine), Louise Nipper (Gesang), Lorenzo Woodrose (Gesang), Aron (Gesang), Louise Wilk-Zerahn (Gesang), Simon Roland Pedersen (Gesang), Esben Tind (Cello), Bo Rande (Trompete), John van der Lieth (Wispern), Irma Balciunaite (Wispern) & Niels Rønne (Klavier). Mit diesem Tross an Musikern veränderte sich das musikalische Konzept von Of The Wand And The Moon von Dark- bzw. Neofolk hin zu psychedelischem Folk, der an typische Singer-Songwriter wie Chansonnier der 60er erinnert, wo Herren wie Serge Gainsbourg, Gilbert Bécaud & Lee Hazelwood ihr “Unwesen” trieben. Für den trotz alledem hohen Wiedererkennungswert sorgt die charismatische Stimme des Skandinaviers, wodurch er Anhängern der „campfire bullshit“ Zeiten die Umgewöhnung erleichtert, die jetzt verkraften müssen, dass Of The Wand And The Moon ein wenig wie Death In June zu besten Zeiten, aber vielschichtiger und ausgereifter, klingt.

Fazit:

Insgesamt ein durchgängiges Meisterwerk ohne Aussetzer, das uns Kim Larsen mit “The Lone Descent” offeriert, dem sich niemand aufgrund der mitnehmenden Melodieführungen entziehen kann, die verführen und letztendlich Abheben lassen – meine absolute Empfehlung!

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