Nicht nur für Sci-Fi Fans ein Muss!

VÖ: 2010 Label: Malignant Records

Genre: Dark- & Space Ambient

Kein Genre bringt alljährlich mehr Releases hervor, als der Dark Ambient, weshalb einige Künstler (un- oder gewollt) in den Massen untergehen und erst im zweiten Anlauf zum Zuge kommen – eine Beschreibung, die exakt auf den Amerikaner Phaenon zutrifft, der mit “His Master’s Voice” sein zweites Vollzeitalbum auffährt, das nach ungeteilter Aufmerksamkeit schreit.

Malignant Records gehört (seit Jahren) weltweit zu den Topadressen für Dark Ambient & (Death) Industrial Veröffentlichungen, wo nach “Sub- merged” (2007) auch “His Master’s Voice” von Phaenon im eleganten Digipack erscheint, das der französische Grafiker Eric Lacombe zielgenau auf den inhaltlichen Kontext zuschnitt.

Als Inspirationsquelle nutzte Szymon Tankiewicz hinter Phaenon den Science Fiction Roman “Die Stimme des Herrn” (im Original “Głos Pana”) des polnischen Schriftstellers Stanisław Lem (1921 – 2006) aus dem Jahre 1968, der die Unbeholfenheit des Menschen und all seiner technischen Fähigkeiten angesichts des Eintreffens einer “Botschaft” aus dem All darstellt, wobei noch nicht einmal sicher ist, ob es sich um eine solche handelt. Innerhalb des Digipacks tauchen ein paar markante Zitate aus “Die Stimme des Herrn” auf, welche es nicht lohnt hier anzubringen, da sie völlig zusammenhanglos & wirkungslos wären. Ingesamt eine spannende Thematik, die der Interpret für sein Werk “His Master’s Voice” wählte, die sich vor allem Sci Fi Fans nicht entgehen lassen sollten.

Musikalisch lädt der Protagonist zu einer schweren Melange aus Dark- & Space Ambient ein, welche zwischen erdrückenden Drohkulissen & fließenden kosmischen Strukturen schwingt, die passagenweise mittels vereinzelter Drones wie ein lebensbedrohlicher Sog wirkt, der das Gefühl der unendlichen Weite vermittelt. Auch tauchen Momente in den vier Tondokumenten auf, wo der Verdacht der Gefangennahme bzw. Isolation entsteht – insgesamt ein spannendes wie unvorhersehbares Gesamtkunstwerk, das über viele Facetten verfügt, um eine kurzweilige Unterhaltung mit hohem Wiedererkennungswert zu bescheren. Wer auf Größen wie Phelios, Stephen Parsick & Phragments abfährt, sollte “His Master’s Voice” von Phaenon unbedingt antesten.

Aufgrund der durchgängigen Hochwertigkeit entfällt der explizite Anspieltipp zugunsten der Empfehlung: “CD in den Schacht, Füße hoch & dem Kopfkino freien Lauf lassen!”.

Fazit:

Obwohl der überwiegende Teil der Dark Ambient Produzenten auf einem sehr hohen Niveau “fährt”, stechen gewisse Publikationen wie “His Master’s Voice” von Phaenon, das besonders durch seine Vielschichtigkeit überzeugen mag, aus der Gesamtheit heraus – meine absolute Empfehlung! PS: Ein weiteres Highlight (nach unzähligen) aus dem Hause Malignant Records!

Hörbeispiele und weitere Informationen zu Phaenon findet ihr unter folgenden Links:

http://www.myspace.com/szymontankiewicz
http://www.malignantrecords.com/

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