Vom Wahnsinn in den Rausch getrieben
VÖ: 2007 Label: Pharmafabrik
Genre: Ambient
Manchmal (aber immer öfters) wirft sich meiner Person die Frage auf: “Bekommen wir nur noch ausschließlich Post von Verrückten und Wahnsinnigen geliefert, die ausschließlich im Sinn haben, die Rezensentenschaft in einen Vollrausch zu befördern?”. Nach dem Eingang des Tonträgers “Signia” von Pure H kann die vorher aufgestellte These nur mit einem ganz deutlichen “Ja” beantwortet werden. Wer hier Klänge aus dunklen Atmosphären erwartet, kann sich direkt einer anderen CD-Kritik zuwenden.
Die slowenische Formation Pure H werkelt seit 1993 im Geiste von Aphex Twin bzw. Faithless (eine gute Kreuzung daraus) und kann auf Vielzahl von Releases und Live-Auftritten in ganz Europa zurückblicken. Mit “Signia” erwartet die geneigte Konsumentenschaft ein Remix-Album, welches ihre Musik in unterschiedlichen Genrestilen neu interpretiert. Die Bandbreite reicht von Techno bis Noise. Um allen Mitwirkenden gerecht zu werden, hier eine genau Auflistung: Eraldo Bernocchi (Italien), P.C.M. (England), Chris Wood (Südafrika), DJ Surgeon (England), Wodan (Deutschland), Richard Dunlap (Vereinigte Staaten von Amerika), Burp (Deutschland), Mo Shang (Taiwan), Psychedelic Desert (Japan) und KK Null (Japan).
Die in den letzten Monaten erschienen Remix-Veröffentlichungen im Gothic Mainstream Bereich waren durch die Bank komplett langweilig und konnten die Hörerin bzw. den Hörer nur in Tiefschlaf verfallen lassen. Ohne Druck und innovative Einschübe rauschten die Stücke durch die Gehörgänge und verschwanden so schnell sie aufgetaucht waren, wieder in der Versenkung (“Gott sei Dank!”). Solche Arbeiten braucht die Welt definitiv nicht, da wir schon fast in solchem Schrott zu ertrinken drohen. Wann begreift die Plattenindustrie endlich, dass die Übersättigung des Marktes sich im Endstadium befindet?
Um Ihnen einen besseren Einblick in “Signia” zu geben, bekommen Sie drei Tondokumente in dieser Rezension ausführlich vorgestellt.
‘Vision Rising’ (Eraldo Bernocchi): Zum Auftakt taucht die Hörerin bzw. der Hörer direkt mit stimmungsgeladenen Rhythmen in die Welt von Pure H ein. Eine perfekte Mischung aus Ambient, Trip Hop, Drum And Bass, Drones und Freestyle. Die zu vernehmende Frauenstimme lässt die Konsumentenschaft wie durch einen Traum gleiten.
‘H Light’ (Wodan): Phantastisch monotone oder minimale Strukturen erwarten die Damen und Herren. Die psychedelische Stimmung lädt zum Tanzen ein und dürfte Personen verzücken, die auf intelligente elektronische Klänge stehen.
‘Pagan’ (KK Null): Hypnotisch eindringliche Geräusch- bzw. Loop-Konstrukte, die gekoppelt mit stampfenden Beats den Abschluss von “Signia” bilden, erhält die interessierte Käuferschaft, welche vor Soundexperimenten nicht zurückschrecken darf.
Für fest eingefahrene Musikliebhaber absolut nicht zu empfehlen, hingegen für die Anhängerschaft der experimentellen Tonkünste ein Muss. Purer Wahnsinn zum Berauschen der eigenen Sinne.
Fazit:
Wer von dem ganzen “Mainstreamdreck” die Nase gestrichen voll hat, sollte diesem Album “Signia” von Pure H aus Slowenien sein Gehör schenken. Ausführliche Hörproben finden Sie auf der Labelwebseite der Pharmafabrik. Für Fans von Aphex Twin und Faithless ein Highlight, welches durch einen enorm hohen Anspruch glänzt. Zum Entspannen und Abschalten vom stressigen Alltagsleben bestens geeignet!
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