VÖ: 2011 Label: Trisol
Genre: Neofolk Format: 3 CD
Seit J.R.R. Tolkiens “Herr der Ringe” schießen Trilogie zu verschiedensten Themen wie Pilze aus dem Boden, weshalb “Die Aesthetik der Herrschaftsfreiheit” von Rome nicht verwundert, dass das maßlose Ausplündern der eigenen Anhängerschaft fortsetzt, welche für diese musikalisch äußerst gleichförmige Arbeit (ohne echte Höhepunkte) tief ins Portemonnaie greifen muss!
Beim Abziehen der Fans unterstützt Rome das in Dieburg ansässige Label Trisol, das sich durch das Publizieren von äußerst niveaulosen Gothicformationen wie ASP, Nachtmahr, L’Ame Immortelle usw. einen Namen machte, welches “Die Aesthetik der Herrschaftsfreiheit” als völlig überteuerte Fanedition auf den Markt wirft, aber auch als drei einzelne Veröffentlichungen, um die Gewinnmaximierung voranzutreiben.
Herrschaftsfreiheit geht grundsätzlich mit Widerstand einher, dem oftmals kriegerische Züge zugrunde liegen, weshalb in diesem Zusammenhang keine Aesthetik existiert. Wer eine andere Auffassung vertritt, sollte sich mal ausführlich mit den Folgen von Kriegen auseinandersetzen, dort findet sie/ er keine Aesthetik, außer sie/ er lehnt Humanität in Gänze ab. Aesthetik = Schönheit, wo haben gewaltsame Auseinandersetzungen egal zu welchem Zweck Reiz oder gar Charme? Nein, auch nicht die schmucken Uniformen lassen aus dem Krieg eine ästhetische Veranstaltung werden! Heißt, Herr Jerome Reuter glorifiziert mit “Die Aesthetik der Herrschaftsfreiheit” Zustände, welche in Europa zum Glück längst der Vergangenheit angehören und nie über eine Aesthetik verfügten!
Fließbandproduktion birgt so ihre Tücken, die sich auch auf “Die Aesthetik der Herrschaftsfreiheit” zeigt, das musikalischen Gleichklang ohne Höhen & Tiefen offenbart und faktisch nicht an die großen Zeiten von Rome anknüpft, wo der Luxemburger Meisterwerke wie “Masse Mensch Material” komponierte/ verfasste. Alleine durch das Überschwemmen der Kundschaft mit sage und schreibe 10 Releases in den letzten 5 Jahren sorgte Rome selbst für den totalen Overkill, in dem sich schlussendlich bis auf ein paar abweichende Nuancen alles gleich anhört – weniger ist eben oftmals mehr und hält die Spannung oben, welcher bei dieser massiven “Bombardierung” sprichwörtlich die Luft ausgeht. Ohne Jerome Reuter & Co beleidigen zu wollen, aber “Die Aesthetik der Herrschaftsfreiheit” bietet auf 3 CDs Stoff, der sich wunderbar auf einer CD komprimieren lässt, der Rest gleicht Beiwerk, das in Schubladen von Tonstudios gehört und für B-Seiten von Singles taugt, aber mehr auch nicht! Anspieltipp? Innerhalb der sehr homogenen Masse ragen nur wenige Momente, vielleicht gar kein kompletter Track, heraus, weshalb die Benennung entfällt.
Fazit:
Mit “Die Aesthetik der Herrschaftsfreiheit” kann Jerome Reuter sicherlich sämtliche gothische Dumpfbacken beglücken bzw- einfangen, die die große Ära von Rome auf CMI (Cold Meat Industry) nicht miterlebten, hingegen Freunde der ersten Stunde werden diese im Eiltempo durch die Lauscher sausende Arbeit wegen seiner Saft- & Kraftlosigkeit ablehnen!

















Auch wenn ich Rome von Anfang an klasse fand: Drei Alben auf einmal müssen nicht sein. Da ich mich gerne intensiv mit einer neuen Platte auseinandersetzte, auf musikalischer und lyrischer Ebene, finde ich dieses Release irgendwie überfordernd. Ich werde auf jeden Fall mal reinhören, aber ein Blindkauf wird das nicht, vor allem nicht bei dem Preis, denn der oben bemängelte “musikalische Gleichklang ohne Höhen & Tiefen” ist bei der Masse an neuen Songs in der Tat zu befürchten…