Eine fast gänzlich schwarz-glänzende Verpackung, nur gebrochen durch eine schwarz-weiß-Fotografie eines mit schwarzem Öl bedeckten Aktes; keinerlei Informationen zum Liedgut, nur vage Titelnamen, die allesamt Namen synthetischer Gewebe tragen – das ist alles, was Rope dem Hörer auf “Techouva” an die Hand geben, beim Rest bleibt er sich selbst überlassen.
Rope, ein mit “Techouva” via OPN Records debütierendes, französisches Projekt, bestehend aus Thomas P., welcher sich mit Le Diktat schon etwas länger im dunkel-elektronischen Feld auslebt, sowie der Fotografin Jessica W., die die sehr gelungene Bildsprache beisteuert und sich augenscheinlich ebenso im BDSM-Umfeld sehr wohl fühlt – denn genau in diese Richtung scheint Rope (dem Titel nach insbesondere in Bondage-Nähe) zu arbeiten, obschon die Informationen dies mitnichten eindeutig belegen können.
Musikalisch bietet das Projekt eine zwar dunkle, dabei aber ziemlich trippige Mischung aus Trip Hop, finsteren Wave-Elementen, manchmal etwas Dubstep-Nähe und zurückgenommenen Synth-Spielerei, die in langsamen Tempo durchweg tanzbaren Elektro generieren, der sich akustisch bestens in die dunklen Etablissements einfügen dürfte, denn “sexy” sind die hier verbauten Beats allemal. Auf Stimmen oder fremde Elemente wird fast gänzlich verzichtet, was der Musik auch durch ihre sterile und gänzlich geheimnisvolle Atmosphäre etwas sehr steriles, kaltes verleiht. Die Rhythmen sind simpel, die Variationen einfach aber sinnvoll gesetzt, jedoch ohne die Spannung wirklich auszuführen, sondern mehr als konstante Begleitung des Hörers.
Dieser gleichförmige Ablauf und die im Klang implizierte Sterilität sind es letztendlich auch, die die Mängel an “Techouva” ausmachen – manchmal müsste einfach etwas mehr Bewegung in die dunkle Soundmelange kommen, um nicht als Hintergrundmusik zu verschwinden. Gegen Ende, vor allem dann im letzten Titel ‘Spectra’ schleichen sich in den Hintergrund leichte Ton-Manipulationen ein, die sofort interessanter wirken und auch dem Thema aus Lust & Schmerz etwas näherkommen, als die größtenteils glattgeleckte Lack & Latex-Wirkung, die die Musik ansonsten ausstrahlt.
Fazit:
Wer auf dunklen wie leicht erotisierenden Elektro ala Astrid Monroe steht, der tanzbar, dabei aber stets geheimnisvoll mit Lack & Leder-Optik spielt, der findet in Rope’s “Techouva” definitiv sein Heil. Auf der Gesamtlänge vermisse ich leider noch etwas die kleinen, fein eingewobenen Höhepunkte, so bleibt man eher im qualitativen Mittelfeld – als atmosphärische Untermalung für einschlägige Tätigkeiten aber bestens geeignet!
Rope – Techouva
Tracklisting: 1. Technora 2. Twaron 3. Tiptolon 4. Dralon 5. Vectran 6. Kevlar 7. Pylene 8. Aramyds 9. Spectra
VÖ: 2012 Label: OPN Records
Genre: Trip Hop, Electronica Format: CD











