SKARAB – SKARAB

Das selbstbetitelte Debüt von SKARAB, einem Vierer, aus dem man Gitarrist Tim Steffens von Klabautamann kennt, ebenso den dunklen Timbre von Sänger Christian Kolf, der gefühlt bei jeder Veröffentlichung des Bonner Labels ZEITGEISTER MUSIC etwas beisteuert, entpuppt sich nach nun zahlreichen Durchläufen als, da gebe ich dem Label recht, nicht ganz einfach – das war aber im Grunde zu erwarten. Alles andere hätte viel mehr überrascht.

Zehn Stücke mit relativ humanen Spielzeiten zwischen drei und fünf Minuten finden sich auf dem Debüt; zehn Stücke voll dunklem und verquerem Stoner/Sludgerock, organisch und tief, mit möglichst viel analoger Technik aufgenommen, langsam und geheimnisvoll in der Attitüde, nachdenklich und oftmals melancholisch, alles gekrönt von Herrn Kolfs gewohnt charakterstarken Stimme. Die komplett in Englisch gehaltenen Texte sind dabei kaum eindeutig zu verstehen (und kommen im Vergleich zur letzten Ekpyrosis oder Slon komplett ohne Schimpfworte aus), was für ihre Qualität spricht. Als Beispiel sei hier der Text von ‘Horus’ angeführt:

Rebuild yourself beside the green city. You are now a flow of falsities. Collapse. Collobrate. Destructive. Severe. Concrete. Tears that drip from eye to eye. For no matter what you think. Since we met at the garden brink. See with a thousand eyes. We devour all ourselves forever. Cold, cold vast holes.

Man gibt sich schleppend, die organischen Gitarren ziehen sich schwer durch den Sonnenuntergang, manchmal noch leuchten ein paar Sonnenstrahlen, meistens aber bewegt man sich in die Schatten hinein. Leicht nebulös, fast immer sehnsüchtig wissen vor allem die wirklich tollen Gitarrenleads und in ihrer Attitüde subtilen Melodien zu gefallen – Höhepunkt stellen dabei für mich das wirklich ergreifende ‘Sculpting Time’ & das aufeinanderfolgende, geradezu hoffnungslos wirkende Duo ‘Sunset’ / ‘The Body Of A Graveyard’ dar; tiefsinnige und entführende Momente hält jedoch jeder der Songs bereit, wenn man ihm Zeit gibt. Denn auch ich muss sagen – SKARABs Debüt brauchte im Vergleich zu allen Zeitgeister-Outputs bis jetzt am längsten um zu zünden (nur übertroffen von Valborg, aber das wird wohl einfach nichts mehr). Man bemerkt schnell, dass dort eine Menge schlummert, es braucht in seiner zurückgenommenen, eher durch die feinen Untertöne charakterisierten Wirkung Zeit, um auch im Unterbewusstsein anzukommen – für den kurzen Konsum zwischendurch definitiv nicht geeignet.

Fazit:

SKARABs Debüt stellt einen gelungenen Einstand dar; sämtliche Titel wissen durch ihre etwas abseitige Stimmung, ihre verqueren Kompositionen und überhaupt subtiler Klasse zu begeistern, das jedoch erst nach langer Arbeit; wer einem Album noch Zeit schenken kann & will, möge sich auf einige Durchläufe Skarab einlassen – es lohnt sich! Meine Empfehlung!

SKARAB – SKARAB

Tracklisting: 1. Heat 2. Sculpting In Time 3. Horus 4. Island Of Birdmen 5. Sunset 6. The Body Of A Graveyard 7. The Rabbi Of Weeds 8. Stone Torches 9. I Am The Winding Stair 10. Unarmed Sailor

VÖ: 2012 Label: ZEITGEISTER MUSIC

Genre: Stonerrock, Sludge Format: CD

Share and Enjoy: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • del.icio.us
  • Alltagz
  • Google Bookmarks
  • Technorati
  • TwitThis
  • Tausendreporter
  • Wikio DE
  • YahooMyWeb

About MaGrAe