THE REMOTE VIEWERS – City Of Nets

Nach “Nerve Cure” (2011), ab wo an das ehemalige Trio THE REMOTE VIEWERS als Sextett auftrat, veröffentlichen die Engländer (ebenfalls) in Eigenregie “City Of Nets“, das Städte bzw. Metropolen wie London, wo die Damen & Herren ansässig sind, in Form von avantgardistischem Jazz zeigt, der entweder umhaut oder abstößt!

The REMOTE VIEWERS fänden mit ihrer sehr detaillierten Tonkunst definitiv ein Label, welches sie einst mit Leo Records besaßen, aber Selbstverlag hat gerade in Puncto Entscheidungsfreiheit/ Unabhängigkeit seine Vorteile, weshalb “City Of Nets” (als CD im edlen Digipack) wohl in Eigenregie den Weg zum Licht findet.

Als inhaltlicher Schwerpunkt dienten den THE REMOTE VIEWERS scheinbar die Zeilen des britischen bzw. amerikanischen Schriftstellers Wystan Hugh Auden (1907 – 1973), der in Kirchstetten, Niederösterreich begraben liegt und unzählige Gedichte & Essays verfasste:

A city is the creation of the human will | A human skyline | A human time | A human order | A city is not a flower

THE REMOTE VIEWERS geben eine kurze und äußerst prägnante Beschreibung zum Thema “Stadt” vor, die eine Menge Interpretationsspielraum, wie ihre Musik eben auch, lässt, wodurch sich Konsumenten vollends auf die 10 Tracks einlassen können, deren Strukturen eine Menge Aufmerksamkeit abverlangen.

Wen Jazz im Allgemeinen abschreckt, sollte von der experimentellen Variante der THE REMOTE VIEWERS faktisch die Hände lassen, welche nach höchster Konzentration beim Konsum verlangt, ansonsten gehen viele kleine Nuancen verloren, die “City Of Nets” auszeichnen. Im Vordergrund der 10 Kompositionen stehen die Saxophone, die durch den Rest Einrahmung finden, weshalb gerade Liebhaber des Blasinstrumentes ein Ohr wagen müssen. An den Aufnahmen waren John Edwards (Doppelbass, Cello, Schlagzeugprogrammierung), Caroline Kraabel (Baritone Saxophone), Sue Lynch (Tenor Saxophone), Rosa Lynch-Northover (Keyboards,  Percussion), Adrian Northover (Soprano, Sopranino & Alto Saxophone) & David Petts (Tenor Saxophone & Noise Generator) beteiligt, deren Zusammenspiele eine komplexe, teilweise stringenzlose, aber berührende Symbiose ergibt. Gerade das Ausloten von Extremen, das The REMOTE VIEWERS auf “City Of Nets” am “Fließband” vorführen, passt hervorragend zu den Extremen einer Stadt | Metropole, wenn auch eine gewisse Vorstellungsgabe dazugehört, um die Tonkunst des Sextetts (vordergründig) mit dem Thema in Verbindung zu bringen. Anspieltipp? Entweder Du liebst die THE REMOTE VIEWERS oder Du hasst – dazwischen existiert keine Grauzone!

Fazit:

Freunde des Free bzw. Avantgarde Jazz werden die THE REMOTE VIEWERS kennen & zu schätzen wissen und “City Of Nets” lieben, hingegen der Rest dürfte mit den zeitweise atonalen Strukturen seine liebe Not haben – meine absolute Empfehlung der zuerst genannten Minderheit!

THE REMOTE VIEWERS – City Of Nets

Tracklisting: 01. City Of Nets 02. Strange Welcome 03. Red Test 04. The Wiring Party 05. Trivia 06. A Girl And A Gun 07. Table Talk 08. Dark Threat 09. Uninvited 10. Night Desk

VÖ: 2012 Label: Selbstverlag

Genre: Avantgarde Jazz Format: CD

Share and Enjoy: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • del.icio.us
  • Alltagz
  • Google Bookmarks
  • Technorati
  • TwitThis
  • Tausendreporter
  • Wikio DE
  • YahooMyWeb

About RaF