Über ein tiefes “Kleinod”!
VÖ: 2009 Label: Drone Records
Genre: (Dark) Ambient, Drone, Ritual
Troum aus der Hansestadt Bremen gehören zu den Mitbegründern der Drone Szenerie, weshalb sie über einen Weltruf verfügen, der zu ausverkauften Releases verhilft, die wie im Fall des Albums “Sigqan” neu aufgelegt werden, um die Nachfrage der stetig wachsenden Hörerschaft zu decken.
Wo die Erstauflage von “Sigqan” (2003) über die Relapse Records Nebenstelle Desolation House Records erschien, erblickte die Neuausgabe über die heimische Tonträgermanufaktur Drone Records das Licht der Welt. Für die hervorragende Gestaltung des Digipacks zeichnet sich wieder einmal der Künstler Alan Mc Clelland verantwortlich, der schon einige andere Troum Cover erstellte.
Inhaltlich bewegt sich das Duo Troum grundsätzlich in kaum erfassbaren Atmosphären, die sich leider auch bei “Sigqan” aufgrund fehlender Informationen nicht einwandfrei zuordnen lassen. Meiner Ansicht nach, lässt sich dem Gesamtkonzept nur über den Titel “Sigqan” beikommen, der die gothische Bedeutung für das Wort “sinken” (im Bezug auf eine sehr feuchte Wiese gemeint) ist und hier für Tiefe steht!
“Sigqan” besteht aus drei überlangen Tondokumenten, wovon die ersten Zwei auf Livedarbietungen basieren, welche Martin Gitschel & Stefan Knappe hinter Troum auf einer Tour (2001) durch Deutschland & den Niederlanden “zelebrierten”, die sie 2002 in ihren Ghuto-m Studios (Bremen) live ohne Overdubs aufnahmen. Das “Endstück” für das Oeuvre konzipierten die Akteure später, das sich aber nahtlos in die Gesamtheit einfügt und für einen krönenden Abschluss von “Sigqan” sorgt. Musikalisch offenbaren die Bremer auf “Sigqan” eine einnehmende Symbiose aus (Dark) Ambient, Drone & Ritual, welche sich vorwiegend aus verzerrten Gitarren- & Basslinien zusammensetzt, aber auch eines der Markenzeichen überhaupt von Troum, das Schifferklavier, ertönt und bereitet ergreifende Momente, die sich in die Gehörgänge “einbrennen”. Alle zu vernehmenden Sounds auf “Sigqan” schwingen zwischen unendlicher Dunkelheit, rituellen Zeremonien & grenzenloser Weite im Kosmos und suggerieren beim Hören das Gefühl, als würde man in diesen vorherigen Zuständen schweben bzw. sinken.
Beim Troum Publikationen sind Anspieltipps aufgrund der phänomenalen Dichte & Homogenität der Tracks Schall & Rauch, weshalb “Sigqan” am Besten in einer ruhigen “Minute” in einem Hördurchlauf konsumiert werden sollte, um das größte Kopfkino zu erlangen.
Fazit:
Fein, dass Troum dieses längst vergriffene “Kleinod” “Sigqan” ihrer Hörerschaft erneut zugänglich machen, welches sicherlich zu den Meisterwerken der Bremer Ausnahmeformation gehört – meine absolute Kaufempfehlung!
Hörbeispiele und weitere Informationen zu Troum findet Ihr unter folgenden Links:
http://www.myspace.com/troum
http://www.troum.com
http://www.dronerecords.de/
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