VÖ: 2010 Label: Pestilence Records
Genre: Black Metal Format: CD
In allen Belangen fahren Typhus aus den vereinigten Staaten auf der Old School-Schiene, woran auch ihr neuester Streich “Grand Molestors of the holy Trinity” nichts ändert – allein der Titel spricht da Bände.
Typhus sind dabei kaum effekthaschend unterwegs, sondern spielen einfachen, dafür aber durchaus stimmungsvollen Black Metal, der wirk -lich mit jedem Titel den Geist der Mittneunziger atmet. Auf “Grand Molestors of the holy Trinity” gibt es demzufolge 50 Minuten klirrend kalten, leicht unterproduzierten Black Metal, der sich vor allem durch die frostigen Leadgitarren und die hallend-keifende Stimme auszeichnet, die passenderweise Texte um Tod, Satan und Blasphemie intoniert. Typhus wissen ihr Liedgut dynamisch zwischen Blast und Midtempo zu platzieren, bringen auch hier und da epische Ansätze der Marke Judas Iscariot unter, was zu gefallen vermag.
“Grand Molestors of the holy Trinity” ist im Grunde ein sehr ansprechendes Album für Genrefans; wer generell nichts mit Black Metal anfangen kann, braucht hier auch nicht ansetzen. Hervorheben muss man auch, dass die Band sich selbst nicht zu ernst nimmt, was die mit leichtem Erinnerungsschlag Richtung Mystic Circle versehenen Promofotos beweisen – die allzu “trve” Keule wird hier also nicht geschwungen, was das Album durchaus sympathisch macht. Hat man gerade Lust auf trockenen, klirrenden Black Metal, kommen die vier Herren genau richtig.
Typhus werden es mit dieser Veröffentlichung wohl kaum schaffen, einen Fuss in die große Tür der Musikwelt zu bekommen, ebenso werden sie mit dem Album wahrscheinlich auch nicht im kollektiven Genre-Gedächtnis bleiben, dazu ist es dann doch noch phasenweise zu gesichtslos. “Grand Molestors…” macht für Genre-Verhältnisse alles richtig, aber mehr auch nicht. Pflicht erfüllt.
Fazit:
“Grand Molestors of the holy Trinity” ist ein Album von Genrefans für Genrefans, alle anderen greifen dann zu den Größen der Szene, um sich einen Überblick zu verschaffen, und setzen nicht unbedingt bei kleinen Acts der Marke Typhus an. Trotzdem bleibt das Album grundsympathisch und verkauft sich nicht als mehr, als es ist – ein ehrliches Black Metal-Album nämlich.















