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Valborg – Barbarian

Allgemeinheit vs. Subjekt!

VÖ: 2011 Label: Zeitgeister Music

Genre: Black Metal Format: CD

Das Zeitgeister-Kollektiv befindet sich gerade absolut im Aufschwung, Presse wie auch wir feiern gerade noch vollkommen zu recht OWLs monumentalen Einstand ab, da schieben sie schon die nächste Veröffentlichung nach, auf die wohl nicht wenige gewartet ha- ben. Valborg, wahrscheinlich mittlerweile das prestigeträchtigste Zugpferd des Labels, bringen nun dieser Tage mit “Barbarian” ihre band -eigene Trilogie zu einem Ende.

Personelle Überschneidungen sind natürlich abermals keine Seltenheit, so wundert es hier auch nicht, dass abermals Florian Toyka am Schlagzeug sitzt, während Owl-Mastermind Christian Kolf sich hier ebenso als Gitarrist und Sänger betätigt. Jan Buckards (Island) Hauptgesang klingt jedoch wie die neuerliche Ekpyrosis-Veröffentlichung, wodurch sich auch hier auf Überschneidungen schließen lässt.

Musikalisch bleiben sich Valborg weitestgehend treu; dunkel und auf eine recht eigenständige Art grooven sich die dröhnenden Gitarren durch das gesamte Liedgut, ohne je wirklich in andere Tempi oder wirklich stimmungsmäßig abwegige Bereiche abzudriften. So dominiert hier finsterer Metal der Marke Celtic Frost / Tryptikon, der ebenso wie die Brüder im Werke drückend, mit genügend schwarzer Bosheit ausgestattet selbstbewusst und zielgerichtet auftritt.

Das Besondere bildet abermals die variable Stimmarbeit, die mal kehlig, fast schon brüllend an “Ein ewiges Bild” zu erinnern vermag, mal tritt fast schon choraler Klargesang ins Zentrum, jedoch schafft man es hier sogar die etliche Male wiederholte Textzeile “I come from the past, to love you” ohne klebrigen Kitsch zu vertonen, denn man nimmt die Gesangsrolle stehts ernst, man hat nie den Eindruck von technischer Selbstverliebtheit. Es ist vor allem dieses Wechselbad aus kargem, räudigem Ton und fein arrangierten Passagen, das den Charakter hier ausmacht.

Gegen Ende des Albums verliert sich Valborg gar neben diesmal minimal verlorener und psychedelischer wirkenden Brüchen in optimistischer wirkendem Klängen, die zwar abermals eine Kategorisierung erschwert, Valborgs Musik aber umso interessanter macht. Parallel zum Abschluss der Trilogie, die mit “Glorification of Pain” 2008 begonnen wurde, scheint der Abschluss ein positiver zu sein, wie ein Lichtblick nach dunkler Zeit.

Ich muss jedoch an dieser Stelle ganz klar feststellen, dass ich mit Valborgs Schaffen, auch entgegen der ungeteilten Begeisterung allerorts, nie recht eins werde; so ging es mir beim Debüt, ebenso bei “Crown of Sorrow” und nun bei “Barbarian”. Dass die Qualität der Musik absolut vorhanden ist, möchte ich damit in keiner Weise absprechen, nur wirklich mitreißen konnte mich Valborgs schaffen nie, der berühmte Funke springt hier bis auf den Abschluss ‘Samantha alive’ einfach nicht über. Auch Valborgs (gelungenes) Anliegen, die wuchtige Energie von Livemusik durch direkte Aufnahmetechnik und möglichst authentische Atmosphäre auf CD zu übertragen, trifft bei mir auf ungeteilte Gegenliebe, erschließt jedoch das Album für mich trotzdem nicht.

Fazit:

“Barbarian” ist ein erneut hochwertiges Album in der Valborg-Diskographie geworden, dass Fans der Band ebenso wie für Anhänger dunklen & selbstständigen Metals ein Fest sein wird. Valborg treten charakterstark und zielsicher auf, unbeirrt und selbstbewusst. Auch wenn mir “Barbarian” auf seine Art verschlossen blieb – Klasse und Qualität kann ich diesem Werk absolut attestieren.

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