Viosac-RustyPile2008Über eine Rückkehr… !

VÖ: 2008 Label: VATS

Genre: Noise, Industrial, Feldaufnahmen

Was muss ein Kunstprojekt wie VioSac (Violence and the Sacred performing as VioSac) nach 16. Jahren in der Versenkung dazu bewegen, mit “Rusty Pile” neues Album zu produzieren? Eine Frage, wofür die Antworten wie folgt ausschauen: “Kein Label! Keine Motivation! usw. usw.!, weshalb die in Eigenleistung aufgelegte Wiederkehr “Rusty Pile” umso mehr verwundert, die eine futuristische Höchstleistung darstellt.

Seit der Gründung im Jahre 1985 als Kollektiv, um als Vorband für ein Chris & Cosey Konzert zu dienen, entwickelte sich VioSac zum Ein-Mann Projekt von Graham Stewart, der mit den Aufnahmen zu “Rusty Pile” in 2007 die “Motoren” von VioSac neu startete.

Inhaltlich offeriert das erste Lebenszeichen nach vielen Jahren puren Wahnsinn, der sich von Basaltträumen bis hin zu Feststellungen  wie “Zwei Personen haben nicht die gleichen Augen wie Du” erstreckt. Zu dem “pflasterte” der Kanadier noch Zeilen von William Shakespeare (1564 – 1616) ein, um den Irrsinn zu komplettieren. Wer chaotische Zustände im thematischen Bereich schätzt, kommt an “Rusty Pile” von VioSac nicht vorbei!

Graham Stewart offenbart auf den 8 kürzeren wie längeren Tondokumenten eine minimalistische wie experimentelle Zusammenführung der Stile Noise, Industrial und Feldaufnahmen, welche er vornehmlich zurückhaltend bzw. weniger krachig präsentiert. Im Besonderen besticht “Rusty Pile” durch die homogene Mischung aus synthetischen Bestandteilen & Spuren von echten Instrumenten wie Cello, Bass, Gitarre & Tibetischer Gong, wodurch der Gesamtsound sehr organisch wie komplex klingt, obwohl der Akteur ausschließlich mit minimalistischen Songstrukturen aufwartet. Insgesamt bewegen sich alle Tracks auf dem Oeuvre im Midtempobereich, die zwischen “leichter” Rhythmik & tiefer Atmosphäre schwingen und zu keiner Zeit wirklich in Fahrt kommen, ehr erwecken sie den Eindruck eine futuristische Meditation zu sein Zur Akzentuierung verwendete Graham Stewart unterschiedlichste Sprach- & Tonsamples wie ein singender Chinese, altes VioSac Material, Luftgeräusche usw., welche allesamt für einen hohen Abwechslungsreichtum & Widererkennungswert der einzelnen Kunstcollagen auf “Rusty Pile” sorgen.

Wer Brachialität oder Brutalität von einem Werk erwartet kann “Rusty Pile” für sich vergessen, hingegen Fans von Hörspielen aus Geräuschen dürfte dieses Opus gefallen, welches aufgrund seiner extremen Homogenität keinen echten Anspieltipp aufweist, weshalb definitiv gilt: “Love it or hate it!”.

Fazit:

Freaks, die das Besondere suchen wie schätzen, sollten sich diese gelungene wie futuristische Rückkehr “Rusty Pile” von VioSac aus Noise, Industrial & Feldaufnahmen nicht entgehen lassen, welche durch Geschlossenheit, Eigenständigkeit & Abgedrehtheit überzeugt – meine absolute Empfehlung!

Hörbeispiele und weitere Informationen zu VioSac unter folgendem Link:

http://www.viosac.net

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