Über Monotonie, Püppchen & einen Tsunami!
VÖ: 2009 Label: Hellville Records
Genre: Noise
Mit Vomir & Ptomain fanden sich zwei überaus eifrige Einzelkünstler zusammen, die auf ihrer ersten gemeinsamen Split CD-R erdrückende Monotonie in Reinkultur präsentieren, welche garantiert nicht nur szenefremde Konsumenten in “Angst & Schrecken” versetzt.
Das im 7inch Sleeve publizierte Release hält für echte Freaks noch ein schlichtes A3 Poster im schwarzweiß Stil bereit, welches das Kürzel “HNW” (Harsh Noise Wall) ziert, das für echten Untergrundcharme sorgt. Erhältlich ist dieses auf 37 Stück limitierte Split über Hellville Records & andere “Kanäle” wie Discogs, die aufgrund der kleinen Produktionsmenge, aber schnell versiegen dürften.
Auf das Evaluieren des inhaltlichen Konzeptes kann im Fall dieser Split verzichtet werden, da die Herren hier ausschließlich dem extremen “Krachmachen” frönen & vor deren Nebenwirkungen bzw. bleibenden Schäden warnen, das sie mit dem “Beipackzettel” anzeigen, welcher folgende Warnung bereithält: “We cannot undertake any liability for damage to loudspeakers, amplifiers etc., or for damage to health or for any other damage arising from the improper use of this CDR!“.
Unsere französischen Nachbarn wandeln meistens auf experimentellen Pfaden, weshalb das harsche Noiseprojekt Vomir eine echte Besonderheit darstellt, welches seit 2006 Material veröffentlicht & eine gewisse Abschottung von der “bösen” Welt betreibt, weshalb nur wenig über Vomir bekannt ist, das eine knapp 25minütige “Soundcollage” für dieses Split beisteuerte, die den Auftakt bildet & monotonen Lärm ohne Akzente offeriert, der ausschließlich durch Brutalität auffällt. Der 20minütige Beitrag von Ptomain aus Berlin ähnelt sehr stark dem des Franzosen, wodurch es zu Verwechslungen unter den beiden Tondokumenten kommen könnte, eine Tatsache, die auf mangelnden Abwechslungsreichtum hindeutet und im Noise für Durchschlagskraft & Dichte steht. Heißt, beide Akteure arbeiteten verstärkt mit dem Stilmittel Monotonie, welches zwar für eine gewisse Langweile beim Hören sorgt, die aber durch die erdrückende Gewaltakustik nicht zum Tragen kommt. PS I: Um die angesprochenen Stärken dieses Splits zu erleben, muss die Tonkunst bei möglichst hoher Lautstärke konsumiert werden, welche zur Entfaltung der Brutalität enorm beiträgt. PS II: Wer einmal das Gefühl erfahren möchte, Teil eines Tsunamis zu sein, sollte dieses Split ins Abspielgerät legen, auf Play drücken, die Augen schließen & losrollen – Wahnsinn!
Fazit:
“Püppchen”, die Abwechslung, Stringenz & sonstige Merkmale der normalen Musik für ihr inneres Seelenheil benötigen, sollten von diesem “Krachwerk der Extraklasse” die Finger lassen und das Split von Vomir & Ptomain Individuen anvertrauen, die diese harsche Gewaltakustik genießen & im Kopf Tsunami spielen möchten – meine absolute Empfehlung!
Weitere Informationen zu Vomir & Ptomain findet Ihr unter folgenden Links:
http://vomirhnw.blogspot.com/
http://www.discogs.com/artist/Vomir
http://www.ptomain.blogspot.com
http://www.discogs.com/artist/Ptomain
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