Woebegone Obscured – Deathstination

Auf in den Untergang der Welt!

VÖ: 2011 Label: I, Voidhangar Records

Genre: Funeral Doom, Death Doom Format: CD

Ein wirklicher dunkler Brocken war “Deathstination” bereits 2007, Ende 2010 fand das seinerzeit selbstveröffentlichte De- büt der Dänen Woebegone Obscured nun seine Würdigung als Wieder -veröffentlichung über das Qualitätslabel I, Voidhangar Records. Vor- her noch kurz durchatmen und dann hinein in die finstere Welt:

“Deathstination” klingt nach Funeral Doom in Reinkultur. Schleppend, tief growlende Stimmen & entfernt-hallender Klang bieten die perfekte Bühne für einen Abstieg in den Zerfall und Untergang der Welt. Dabei scheinen die drei Herren hinter Woebegone Obscured bei The Ruins of Beverast ganz genau hingehört zu haben, den ein beträchtlicher Teil der Wirkung wird durch dunkel singende Gitarrenspuren der Marke “Rain Upon The Impure” bestritten – glücklicherweise wird aber nie billig kopiert (was sowieso ein heilloses Unterfangen wäre).

Im Gegenteil, eine eigene Richtung und das feine Gespür für jene traurig-zarten Melodien, die es für diese Musiksparte braucht, finden sich hier in jeder der fünf Kompositionen. Schönerweise versteift man sich auch nicht auf gänzlich kriechendes Gut, sondern weiß hier und da ebenso mit schnelleren Passagen Akzente zu setzen, wodurch das Albumniveau nochmals angehoben wird. Was aber die wirkliche Schönheit von „Deathstination“ ausmacht, sind die Momente der Einkehr, wenn fast undurchdringbare Stille nur von klaren Gitarren getragen wird – herrlich!

Was damals wie heute fehlt, ist eine passendere Produktion. So klingt diese zwar für Genreverhältnisse absolut passend, könnte aber im Sinne der Wirkung durchaus mehr Charakter bzw. Selbstbewusstsein vertragen. Die tristen Stellen klingen manchmal noch zu weich, die schwer-monolithischen dagegen nicht drückend genug. Wenn dieser marginale Fehler noch ausgemerzt, und der Liedaufbau noch zielgerichteter auf einen Klimax samt trostloser Gitarrenlinien hinlaufen würde, wäre ich vollends zufrieden. Man wird sehen, was der hoffentlich baldige Nachfolger bringt – ich bin gespannt!

Fazit:

“Deathstination” bietet den perfekten Soundtrack für einen gepflegten Abstieg ins Dunkel. Doom-Liebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Woebegone Obscured bergen zwar keine bahnbrechende Originalität, dafür aber Tristesse, Trauer und Gefühl in Reinform.

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