Für den, der das Besondere sucht!
VÖ: 2009 Label: Adeptsound/ Blind Shouter
Genre: Industrial, Dark Ambient, Drone, Noise
Zu den bekanntesten Vertretern des elektronischen Untergrunds auf dem Kontinent Australien gehören sicherlich SPK (Graeme Revell) & Terra Sancta, die weltweit über Reputation und Wertschätzung verfügen. Hingegen das Zwei-Mann Projekt Zilverhill mit einem Teilsitz im Westen des Landes und der anderen Hälfte in Sheffield (England) scheint noch ein echter Geheimtipp zu sein, welches mit “Latent-Active-Descent” den Nachfolger zum vielfach gelobten Werk “Eötvös” (2008) präsentiert, das ebenfalls über die beiden hauseigenen Tonträgermanufakturen Adeptsound (Australien) & Blind Shouter (England) das Licht der Welt erblickt.
Hinter Zilverhill verbergen sich die Akteure Schuster (Australien), der seit 1980 bei diversen Formationen aus dem Dieter Müh Umfeld mitmischt(e) und Present Day Buna (England), welcher auch seit den 80ern Sounds kreiert.
Inhaltlich ließen sich die Protagonisten von dem deutschen Art Brut-Künstler August Natterer (1868 – 1933) & dem britischen Schriftsteller Lewis Carroll (1832 – 1898) inspirieren, welche beide in engerem Sinne mit Halluzinationen “kämpften” und dadurch Art erschufen (Anm. des Redakteurs: Im Fall von August Natterer nachgewiesen, bei Lewis Carroll vermutet!). Diejenigen, die puren Wahnsinn als thematische Komponente favorisieren, sollten
Sich “Latent-Active-Descent” von Zilverhill nicht entgehen lassen!
Musikalisch erlebt die interessierte Hörergemeinde eine “engmaschige” Symbiose aus den Stilen Industrial (die rituelle Variante), (Dark) Ambient, Drone & (stringenter) Noise in drei Akten (“Latent”, “Active” und “Descent”), welche die Interpreten mit verschiedensten aber meist schreienden Sprachsamples & Percussions akzentuierten. Der experimentelle wie obskur mysteriöse Grundtenor von diesem Oeuvre, dürfte vornehmlich Rezipientinnen & Rezipienten anlocken, die sich ohne geistige Scheuklappen für elektronische Untergrundtonkunst interessieren. “Latent-Active-Descent” konzipierten Zilverhill wie eine fließende Geschichte, welche fortlaufend an Spannung und Abgedrehtheit zunimmt, wodurch die Konsumentenschaft ein sehr intensives Hörerlebnis erwartet (Aufgrund dieser Begebenheit entfällt die Benennung eines expliziten Anspieltipps!).
Passend zum restlichen Gesamteindruck, erscheint der Tonträger in einem surrealistisch bzw. dadaistisch gestaltetem Digipack, welches “Latent-Active-Descent” den passenden Rahmen verleiht, um als Gesamtkunstwerk in der Wahrnehmung zu stehen.
Fazit:
Das australisch-britische Gespann Zilverhill offeriert mit “Latent-Active-Descent” eine sehr vielschichtige Publikation, welche aus jeglicher Hinsicht überzeugt, wenn die Konsumentenschaft auf einen Crossover aus elektronischer Untergrundmusik abfährt, der einen halluzinativen Touch vermittelt. Wer “open-minded” durch den Musikdschungel schlendert und das Besondere sucht, sollte Zilverhill unbedingt antesten – meine Empfehlung!
Hörbeispiele und weitere Informationen zu Zilverhill unter folgenden Links:















